Unser Lieblings-Teenage-Gothic-Girl ist zurück. Heute im Serien-Tüv: „Wednesday“, Tim Burtons „Addams Family“-Spinoff-Serie, die am 23. November bei Netflix startet.

Kultur: Gunther Reinhardt (gun)

Unser Schnelltest verrät, ob es sich lohnt, einer neuen Serie eine Chance zu geben. Wir haben für Sie gesehen: die erste Episode von „Wesdnesday“ auf Netflix.

Die Handlung

Wednesday Addams ist die älteste Tochter von Gomez und Morticia Gomez. Sie ist bleich, angeblich allergisch gegen Farben, trägt immer nur schwarz und schockiert gerne mit ihren sadistischen Folter- und Rachefantasien. Nach einem Zwischenfall an ihrer alten Schule, bei der ein paar Bullys, ein Schwimmbecken und beißwütige Fische vorkamen, schicken ihre Eltern Wednesday auf das Nevermore-Internat, eine Schule für etwas andere Teenager. Hier werden auch Werwölfe, Vampire und Sirenen unterrichtet. Doch Wednesday gelingt es, unter lauter Außenseitern eine Außenseiterin zu sein. Und schon am ersten Tag beschließt sie, Reißaus zu nehmen.

Der Macher

Ein Produzent der Serie und der Regisseur der ersten vier Episoden ist Tim Burton. Der sollte eigentlich schon im Jahr 1991 bei der Gruselkomödie „Addams Family“ Regie führen, in der Christina Ricci in der Rolle der Wednesday Addams zum Star wurde. Damals war er aber zu sehr mit seinem „Batman“-Film beschäftigt. Tatsächlich macht Burtons Vorliebe für alles Morbide ihn zum ideale Kandidaten für die Inszenierung des neuesten „Addams Family“-Ablegers.

Die Vorgeschichte

Die „Addams Family“ ist eine makaber-düstere Satire auf die amerikanische Durchschnittsfamilie. Sie geistert schon seit dem Jahr 1938 durch die Medien. Zunächst als Cartoon, den sich Charles Addams ausgedacht hat, dann seit 1964 als TV-Serie und schließlich in zwei Kinofilmen (1991 und 1993).

Die Darsteller

Wednesday Addams ist die Erfinderin des Grufti-Looks. Jenna Ortega sieht als bleich-morbide Pigtail-Zynikerin der jungen Christina Ricci nicht nur zum Verwechseln ähnlich, sie macht auch sonst als Teenie-Gothic-Queen und lakonisch-grimmige Pubertierende einen großartigen Job. Und in den Nebenrollen spart die Serie nicht mit Stars. Catherina Zeta-Jones ist Morticia Addams, Luis Guzmán ist Gomez Addams, Gwendoline Christie („Game of Thrones“) spielt die Schuldirektorin und Christina Ricci (!) die Vertrauenslehrerin.

Der Trailer von „Wednesday“

Der Satz des Tages

Nachdem das Schwimmteam ihrer Schule Wednesdays kleinen Bruder in einem Spind eingesperrt hat, besucht sie die Verantwortlichen im Schwimmbad: „Die einzige Person, der erlaubt ist, meinen Bruder zu foltern, bin ich“, sagt sie, bevor sie stoisch Piranhas im Becken aussetzt.

Der Song des Tages

Der großartige Komponist Danny Elfman, mit dem Tim Burton stets zusammenarbeitet, hat dem Song „Paint it Black“ von den Rolling Stones ein wunderbar düsteres Cello-Arrangement verpasst – mit Wednesday als furioser Solistin.

Bingewatch-Faktor?

Schon in den „Addams Family“-Kinofilmen in den 1990er Jahren war Wednesday Addams der heimliche Star – neben dem Eiskalten Händchen, das jetzt auch durch die Serie krabbeln darf. Sie zur Hauptfigur zu machen, war überfällig. Trotz der Lust am Makabren, der schrullig-finsteren Inszenierung und einigen echten Schockmomenten steht „Wednesday“ letztlich in der Tradition der Highschool-Komödien und fantastischen Coming-of-Age-Stoffe und kommt ein bisschen wie die Grufti-Version von „Harry Potter“ daher.

Gesamtnote

2-3

Wednesday. Die komplette erste Staffel ist von 23. November an bei Netflix verfügbar.