Fassungslose und empörte Kommentare fluten durch die Sozialen Medien wegen des Sturms auf das US-Kapitol. Viele Nutzer sind entsetzt, aber einige sind auch optimistisch: Das Aus für Trump sei nun besiegelt.

Politik: Christoph Link (chl)

Stuttgart - Auf Twitter und Facebook ist die Erstürmung des US-Kapitols durch den von Donald Trump aufgeheizten Mob das große Thema. Empörung und Fassungslosigkeit überwiegen, aber auch Ironie und sogar verhaltener Optimismus ist aus den Beiträgen herauszulesen, denn nun habe sich Trump eine weitere politische Karriere verbaut. Außerdem wird mehrfach auf die Möglichkeit eines Amtsenthebungsverfahrens gegen Trump verwiesen.

Wer hat eigentlich den Atombombenkoffer?

Und auch Catharina B. schreibt, „die Tage des Clowns Trump sind gezählt“. Andere sind einfach abgestoßen von den Geschehnissen: „Menschen, die durch das Hetzen von Trump zu einem nicht kontrollierbaren Mob werden – es ist traurig und eine Schande“, so ein User namens Goldfischli. Ganz ohne Witz geht es im Netz aber auch nicht.

Ein anderer fragt sich besorgt, in welchen Händen sich eigentlich gerade der Atombombenkoffer befinde.

Erschrocken über Neonazis im Kapitol

Auch gibt es Vergleiche zu ähnlichen Vorkommnissen in Deutschland.

CDU-Politiker Norbert Röttgen twitterte am Donnerstag, Donald Trump sei ein „Brandstifter“ gegen die Institutionen der Demokratie.

Viele Bürger und Bürgerinnen zeigen sich im Netz erschrocken über die Tatsache, dass US-Neonazis ins Kapitol mitmarschierten und T-Shirts mit Aufdrucken wie „Camp Auschwitz“ trugen. Dazu meldet sich auch Grünen-Politiker Cem Ödzemir auf Twitter.

Der Verband Polizei-Grün schreibt, dass das, was in den USA passiert sei, sei ein Angriff auf „das Herz der Demokratie“ sei. „Wer Verschwörungstheoretikern und Faschisten keine Grenzen aufzeigt, sie gar hofiert, der muss mit solchen Bildern auch in Europa rechnen.“

Der polizeiliche Tweet löste prompt eine Gegenreaktion aus, es sei ja schon mal gut, dass die Polizei in den USA „nicht mit den Faschos“ marschiert sei, „man klammert sich ja an jeden Strohhalm“, schreibt ein anonymer Herr L.

In der rechten Ecke ist es still

Relativ still ist es in der rechts-konservativen Ecke. Der AfD wirft ein User vor, die feierten jetzt mit „Sekt und Schnittchen“. Einer fragt, wo denn die Empörung bei den Unruhen und Protesten von „Black lives matters“ gewesen seien. Wer übrigens Trumps Twitter-Account aufrufen will, der kommt nicht weit: „Dieser Tweet ist nicht mehr verfügbar, weil er gegen die Twitter-Richtlinien verstoßen hat“, schreibt die US-Firma. In den USA gab es wütende Netzreaktionen auf die Twitter-Sperre von Trump: Jeder „Patriot“ müsse jetzt Twitter verlassen, twitterte ein rechte Organisation.