Stadtkind Stuttgart

Neu auf Stuttgarts Straßenfesten Die Waffel mit dem Blub

Von Tanja Simoncev 

Die mit dem Blub(b): Mercan Aysel mischt mit seinem Waffel-Stand Stuttgarts Stadtfeste mächtig auf. Wir haben den Gastro-Spross zum Gespräch getroffen und verlosen zwei der Bubble-Wrap-Waffles.

Mercan Aysel und die Waffel mit dem Blub, die er nach Stuttgart brachte. Foto: Blub / Tanja Simoncev 8 Bilder
Mercan Aysel und die Waffel mit dem "Blub", die er nach Stuttgart brachte. Foto: Blub / Tanja Simoncev

Stuttgart - Mini-Marshmallows, Zitronen-Eis und Himbeer-Sirup, garniert mit Schokoriegeln, umwickelt von einer Waffel, die Blub macht. Was nur so auf der Zunge zergeht und lauthals Schlaraffenland schreit, ist ein wahrgewordener Food-Porn-Traum. Ja, es gibt sie wirklich, die sogenannten Bubble-Wrap-Waffles und das mitten in Stuttgart. 

Wer kürzlich durch die Westallee spazierte oder auch das Bohnenviertelfest besuchte, dem dürfte dieser eine neue Stand mit dem Namen "Blub" aufgefallen sein, an dem vor allem ein junger Mann mächtig umherwirbelte: Mercan Aysel. Er hatte die Idee, ein Essen auf Stuttgarts Straßen zu zaubern, das vor allem auch Instagram-tauglich ist. Das hat ganz viel mit Ästhetik zu tun - aber auch mit Geschmack. Wir haben den Gastro-Sprössling zum Gespräch getroffen.

Der Macher: Der 26-jährige Mercan Aysel ist also Stuttgarts Mr. Waffels. Wenn er nicht gerade hinter dem Stand auf den Stadtfeschtle steht, tut und macht, studiert er im letzten Semester technische BWL - gerade ist auch noch Prüfungsphase - oder schenkt als Barkeeper süffige Drinks in der Mono-Bar aus. Die gehört übrigens seinem Vater Oskar und der ist ein waschechtes Gastro-Urgestein. Aber das nur nebenbei, denn es geht hier schließlich um den Spross, der die Bubble-Wrap-Waffles nach Stuttgart brachte.

Die mit dem Blub

Die Idee: Es sei angemerkt, dass die Waffeln zwar nicht Mercans Erfindung sind, sie nach Stuttgart zu bringen aber seine Idee. Es geschah während einem Urlaub in London: "Meine Freundin hatte ein Bild der Bubble-Wrap-Waffel auf Social Media gesehen und wollte sie unbedingt probieren", erinnert sich der Stuttgarter. Also nichts wie ab nach Chinatown und warten. "Wir sind mehrmals zu diesem einen Laden, wo immer sehr viele Menschen Schlange standen. Und jedes Mal stand auf einem Zettel draufgekritzelt: Ab hier eine Stunde Wartezeit. Erst wollte ich mir das nicht geben, aber beim dritten Mal zogen wir es durch und warteten." Und es hat sich gelohnt. "Dank meiner Freundin gibt es die Waffel jetzt in Stuttgart."

Liebe auf den ersten Biss

"Der Geschmack beim ersten Biss war einfach gigantisch, die Kombi aus der Waffel und dem Eis - so etwas habe ich noch nie gegessen", schwärmt Mercan, der eigentlich gar nicht so auf Süßes abfährt. Und die Waffel ließ ihn nicht mehr los. Der Student zeigte die Bilder davon Familie und Freunden und dachte sich: "So etwas braucht Stuttgart."

Dann bestellte er eines dieser speziellen Waffeleisen online, wo er auch ein Teig-Rezept entdeckte. "Der Teig hat nur leider gar nicht geschmeckt, also habe ich chinesische Freunde gefragt, was ich besser machen kann."

Side-Fact: Die Waffel kommt im Original aus Hongkong und wird kross gebraten ohne Topping nur mit Puderzucker bedeckt gegessen.

Der Teig schmeckte schließlich schnell besser, es fehlten nur noch die Waffeleisen. "Wir haben bei Ebay drei aus Hongkong bestellt, alle drei waren kaputt." Dumm gelaufen, denn die Straßenfeste waren bereits angefragt. Also hieß es nochmal heftig wirbeln. "Und eine Woche vor der Westallee waren dann die Waffeleisen da."

Beste, deutsche Schokolade

Die Waffel: Die Toppings wurden von Mercan und seiner Crew übrigens spontan zusammengestellt. Es gibt Eis, Beeren, Schokolade und vieles mehr zur Auswahl. "Wir sind in den Supermarkt gefahren und haben uns gefragt: Was passt gut zusammen, was sieht auf Fotos gut aus? Der Unterschied zwischen unseren und ausländischen Waffeln ist aber ganz klar deutsche Schokolade, keine schmeckt besser." 

Bli, bla, blub

Der Name: Um auf "Blub" zu kommen, hat Mercan wie er selbst sagt, ein bisschen herumgesponnen und im Internet recherchiert. "Alle, die es gab, heißen Bubble-Wrap-Waffle, das fand ich langweilig." Also wurde weitergesponnen und von "Blubbertüte" über "Bubble-Bla" landete man schließlich bei "Blub". Und das Logo? Man sei schnell auf den Kugelfisch gekommen, weil er eben auch so rund wie die Bubbles in den Waffeln ist. "Mir war außerdem wichtig, dass der Fisch traurig guckt, das ist der Humor dabei." Der Name sei lustig, der Fisch traurig - der Kontrast macht's.

Instagram: Und was hat das jetzt alles mit Instagram zu tun? Ganz einfach: das Auge isst mit, der gängiste Hashtag auf Instagram ist nicht umsonst #foodporn. Also dachte sich Mercan: "In der Stadt gibt es wenig Essen, das optisch was hermacht." Nur wenige Restaurants, die etwas auf die Hand verkaufen, würden darauf achten. Und Blub setzt eben auf Ästhetik. "Aber nicht nur", das ist dem Waffel-Macher wichtig. "Der Geschmack zählt für uns genauso, das geht bei Blub einfach Hand in Hand."  

Der eigene Laden

Zwischenbilanz: Am Donnerstag bei der Westalle lag "Blub", was den Verkauf anging, gut im Schnitt, am Freitag und Samstag sei es dann aber total explodiert. "Wir waren vor dem Ende der Westallee ausverkauft." Eine 40 Meter lange Schlange hatte sich vor dem Stand formiert. "Wir haben durchgehend Waffeln produziert, der Nachfrage ist der Wahnsinn."

Der Traum: Und was fehlt da noch zum perfekten Glück? "Natürlich der eigene Laden", betont Mercan. Man sei schon auf der Suche nach der passenden Location. "Wir sind dran und dann wird es neben anderen süßen, auch salzige Waffeln geben." 

Gewinnspiel: Einfach auf der Stadtkind-Facebook-Seite unter dem Post mit dem Artikel bis Mittwoch, 26. Juli 2017, 18 Uhr, kommentieren, mit wem ihr euch die Waffeln schmecken lassen wollt.