Neu in Kernen Der Parkobolus ist jetzt auch per Handy bezahlbar

Auf Kernens Gebührenparkplätzen reicht die App neuerdings zum Bezahlen. Kernens Bürgermeister Benedikt Paulowitsch und die Ordnungsamtsleiterin Marianne Rapp finden das gut. Foto: Gemeinde Kernen
Auf Kernens Gebührenparkplätzen reicht die App neuerdings zum Bezahlen. Kernens Bürgermeister Benedikt Paulowitsch und die Ordnungsamtsleiterin Marianne Rapp finden das gut. Foto: Gemeinde Kernen

In Kernen ist das Onlineparkens jetzt neu installiert, in Schorndorf macht man seit Oktober gute Erfahrungen damit. Dort lösen inzwischen rund zehn Prozent der Parker ihr Ticket per App.

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Keren - Die Anzahl der Parkplätze in Kernen, auf denen Gebühren zu entrichten sind, ist recht überschaubar. Genauer: es gibt deren exakt zwei, beide in Rommelshausen. Den Parkplatz hinter dem Drogeriemarkt Rossmann sowie die Tiefgarage beim Rathaus. Auf beiden kann die Parkgebühr ab sofort mit dem Smartphone beglichen werden. „Wir freuen uns, dass wir in Kernen ein spannendes Projekt umsetzen konnten, das aus dem Gemeinderat heraus angeregt wurde“, sagt Kernens Bürgermeister Benedikt Paulowitsch. „Das Bezahlen per App ist eine sinnvolle und einfache Alternative zum klassischen Automaten. Unsere Gemeinde macht damit erneut einen Schritt in Sachen Digitalisierung.“

Schorndorf bietet das Handyzahlen seit Herbst

Der Kooperationspartner bei der App für das digitale Parken, das Unternehmen Parkster, vermarktet Lösungen zur Parkraumverwaltung für Städte und Gemeinden, Tourismusverbände sowie Immobilienbewirtschafter und Parkraumbetreiber. Ganz neu sind sie im Rems-Murr-Kreis nicht. Seit Ende des vergangenen Jahres kann über die Software der schwedischen Firma mit Deutschlandsitz in München auch in Schorndorf die Parkgebühr per Handy bezahlt werden.

Dort hat sich Bezahlung per App als eine von mehreren Möglichkeiten, das Parkticket zu lösen, inzwischen bewährt. Technisch habe es seit der Einführung im vergangenen Herbst keine Probleme gegeben, berichtet Daniel Sofka vom Schorndorfer Ordnungsamt. „Das Feedback bisher ist positiv, wir sind zufrieden, das hat Zukunft.“ Auch wenn es natürlich aktuell bei der Nutzung durchaus noch Potenzial nach oben gebe. Laut groben Schätzungen sei der Anteil der Handyzahlung in den betreffenden Parkzonen bei rund zehn Prozent. Sofka: „Aber es gibt eine Reihe von Leuten, die das Bezahlangebot regelmäßig nutzen.“

In Ludwigsburg hat ein anderer Anbieter den Dienst bereits wieder eingestellt

Vorreiter in der Region in Sachen Handyparken waren zuvor schon Plochingen, Leonberg oder Ludwigsburg – teils mit anderen Anbietern. Allerdings hat der in Ludwigsburg zuständige Dienstleister „Park_Pay“ zum Jahresende 2020 den Betrieb dort wieder eingestellt.

Die Lösung für bargeld- und kartenloses Zahlen auf den Parkplätzen in Kernen und Schorndorf funktioniert – die nötige Hard- und Software vorausgesetzt – relativ simpel. Der Autofahrer benötigt für das Lösen eines digitalen Parkscheins die Parkster App auf seinem Smartphone. Sie ist für Android-Endgeräte auf Google Play sowie für das iPhone im App Store kostenlos erhältlich. Für den Parkvorgang gibt der Autofahrer dort über die App sein Kennzeichen und die Parkdauer in seinem Smartphone ein.

Klarer Pluspunkt des digitalen Parkscheins gegenüber seinem gedruckten Pendants, so sagen die Verfechter des digitalen Gebühreneinzugs: der Autofahrer kann mit seinem Handy die Parkzeit im Rahmen der Höchstparkdauer jederzeit verlängern. Kein Grund mehr also, womöglich ein Knöllchen fürchten zu müssen, wenn der Aufenthalt im Café, der Termin im Rathaus oder der Aufenthalt beim Arzt etwas länger dauert. Kehrt der Parkplatznutzer unverhofft früher zu seinem Fahrzeug zurück, besteht aber auch die Möglichkeit, den digitalen Parkschein vorzeitig enden zu lassen. Das spart im Zweifelsfall also unnötige Parkgebühren.

Sowohl in Schorndorf als auch in Kernen gibt es auch die sogenannte Brötchentaste in digitaler Form auf der App: Autofahrer können für schnelle Besorgungen ein Gratisticket für 30 Minuten lösen.

„Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, digitales Parken möglichst einfach, transparent und kundenfreundlich zu machen“, berichtet seitens des Anbieters Elin Keim, Chief Operating Officer bei Parkster Deutschland. Sie betont, dass mit der Parkster App keine höheren Parktarife anfallen: „Wer privat mit der Parkster App parkt, bezahlt dafür das Gleiche wie am Parkautomaten. Darüber hinaus bieten wir dem Autofahrer in der App kostenpflichtige Zusatzdienste, wie ein gemeinsames Familienkonto, an.“ Die Eingabe sensibler Kontodaten in der App sei nicht erforderlich. Bezahlt werde auf Rechnung oder mit Kreditkarte. Der Autofahrer erhält hierzu per Post oder E-Mail eine monatliche Rechnung, die seine Parkvorgänge auflistet.

Zur Kontrolle des Ganzen kann die kommunale Verkehrsüberwachung der jeweiligen Kommune alle über die Parkster App gelösten Parkscheine in Echtzeit einsehen. Deren Mitarbeiter sehen über ihre Endgeräte bei jedem Fahrzeug sofort, ob ein Ticket gelöst wurde und auch, ob dieses im Moment noch gültig ist.




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