Neubau der Klinik am Eichert in Göppingen Das finanzielle Polster wird ordentlich aufgefüttert

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Vor dem endgültigen Kreistagsbeschluss an diesem Freitag korrigieren die Alb-Fils-Kliniken die Kosten für den Neubau der Göppinger Klinik am Eichert nach oben.

Zurzeit wird das Baufeld für den Neubau der Klinik am Eichert bereitet:      Die früheren Mitarbeiterwohnungen  sind schon weitgehend Geschichte. Foto: Rudel/Archiv
Zurzeit wird das Baufeld für den Neubau der Klinik am Eichert bereitet: Die früheren Mitarbeiterwohnungen sind schon weitgehend Geschichte. Foto: Rudel/Archiv

Göppingen - Mit gut 370 Millionen Euro soll der Neubau der Göppinger Klinik am Eichert insgesamt zu Buche schlagen. Diese Zahl steht auch jetzt noch in der Vorlage für die Kreistagssitzung an diesem Freitag, in der es um den finalen Baubeschluss für das Projekt geht. Zählt man indes sämtliche Posten zusammen, sind es fast 38 Millionen Euro – und damit ziemlich genau zehn Prozent mehr.

Wie es zu dieser Differenz kommt, ist schnell erklärt: Die Leitung der Alb-Fils-Kliniken (AFK) hat das Polster, mit dem Baupreissteigerungen aufgefangen und auch andere Risikofaktoren abgefedert werden sollen, ordentlich aufgefüttert: auf fast 35 Millionen Euro. Dass dieses zusätzliche Geld gebraucht wird, ist möglich, wenn nicht sogar wahrscheinlich. Und es steht auch – nachdem der Landeszuschuss mit 168 Millionen Euro höher ausgefallen ist als erwartet – zur Verfügung.

Ob die „Reserven“ ausreichen, kann Schmid nicht garantieren

Wolfgang Schmid, der kaufmännische Direktor der AFK, erklärt, weshalb die Gesamtkalkulation nach oben verändert worden ist: „Wir haben über die Risiken und die noch offenen Punkte in den Gremien zwar bisher regelmäßig gesprochen, sind aber von der Kreiskämmerei gebeten worden, für das Finanzkonzept 2030 ein Worst-Case-Szenario zu benennen.“ Anders gesagt: Man sei vom „schlimmsten Fall“ ausgegangen und habe entsprechend großzügige Puffer gebildet, fügt er hinzu.

Ob dieser Fall eintritt oder ob er vielleicht noch schlimmer werden kann, vermag Schmid indes nicht zu sagen. „Ein Stück weit ist das Kaffeesatzleserei, eine Prognose abzugeben, wie sich ein solches Projekt über mehrere Jahre hinweg entwickelt.“ Aufgrund der zurzeit überhitzten Baukonjunktur gebe es keine Garantie dafür, welche Summe letzten Endes ausreichend sei, ergänzt er.

Korrekturen und Umplanungen belaufen sich auf 3,4 Millionen Euro

Fest steht hingegen, dass die 168 Millionen Euro vom Land ebenso fix sind wie der auf 110 Millionen Euro gedeckelte Anteil des Landkreises. Den Rest, wie groß er auch sein mag, müssen die AFK stemmen, weshalb es ein schieres Eigeninteresse ist, die Kosten nicht ausufern zu lassen. So wirken die ebenfalls zur Beschlussfassung des Kreistags vorgenommenen Korrekturen, die mit zusätzlichen 3,4 Millionen Euro zu Buche schlagen, auch eher bescheiden.

„Wir müssen – und das halte ich für sinnvoll und gerechtfertigt – an manchen Stellen nachjustieren“, betont Schmid. In diesem Fall habe es Umplanungen im Bereich der Wartezone für Patienten, in der Küche, in der Cafeteria und in der Kantine sowie für den Hörsaal gegeben. „Wir aktualisieren jeweils das, was wir wissen und für geboten halten“, sagt der AFK-Geschäftsführer. Er rechne damit, dass die Kreisräte diesem Vorgehen folgen und den endgültigen Baubeschluss fassen werden.




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