Neubau des SWR Ein Gebäude der besonderen Art

Von olm 

Zwischen den neuen SWR-Fernsehstudios und einem Bürohaus liegen Welten.

Derzeit sieht es noch nicht wie in einem Fernsehstudio aus. Anfang Januar 2012 soll erstmals aus diesem Studio gesendet werden, so Projektleiter Udo Vocke. Foto: Mierendorf
Derzeit sieht es noch nicht wie in einem Fernsehstudio aus. Anfang Januar 2012 soll erstmals aus diesem Studio gesendet werden, so Projektleiter Udo Vocke. Foto: Mierendorf

Stuttgart - Die frisch verputzte Ecke hat eine Macke. Man sieht deutlich, dass da jemand mit großer Wucht dagegengefahren sein muss. „Waren Sie das?”, fragt Udo Vocke freundlich zwei Handwerker, die gerade eine Schubkarre durch den Gang schieben. „Nein”, beteuern die beiden und ziehen ihres Weges.

Lokaltermin im Neubau des Südwestrundfunks in Stuttgart. Der Leiter des Gebäudemanagements des SWR führt durch den Neubau an der Neckarstraße. Noch wird an allen Ecken und Enden gewerkelt. An manchen Stellen kleben kleine Zettel. „Da stehen die Mängel drauf, die noch behoben werden müssen”, erläutert Vocke. Nach dem Lokaltermin wird wohl auch an der beschädigten Ecke ein Zettel kleben.

Wenn alles nach Plan läuft, können im Mai dieses Jahres nach dreijähriger Bauzeit die ersten der 480 Mitarbeiter ihre neuen Büros und Redaktionsräume beziehen. Mit einer Bruttogrundfläche von 29 000 Quadratmetern, 11 400 Quadratmeter davon allein für Büros, ist das Platzangebot gegenüber den alten Fernsehstudios im Park der Villa Berg allerdings deutlich kompakter. Voraussichtlich ab Ende Januar 2012 soll dann auch der Sendebetrieb aus dem neuen Gebäude erfolgen. Mit dem Einbau der Studiotechnik kann nämlich erst begonnen werden, wenn die rein baulichen Maßnahmen abgeschlossen sind.

Kein normales Bürogebäude

„Ein solches Gebäude hat mit einem normalen Bürogebäude relativ wenig zu tun”, erklärt Udo Vocke die lange Bauzeit. Die Planungen für ein derartiges Objekt seien schon deshalb so schwierig, weil sich beim Hörfunk wie beim Fernsehen durch die technische Weiterentwicklung im Laufe der zurückliegenden zehn Jahre auch bei den Prozessabläufen ständig etwas verändert habe. „Manche Anforderungen haben den Planern richtig Kopfzerbrechen bereitet”, erinnert sich Vocke. Vor allem die funktionalen Zusammenhänge bei den Programmabläufen müssten wie Zahnräder ineinandergreifen. „Gerade das macht aber die Arbeit an so einem Gebäude so unheimlich interessant”, erklärt Vocke, selbst Architekt.