Neubau für 600 Schüler in Maichingen Kolping-Privatschule am Allmendweg kann gebaut werden
Ein privates Schulzentrum mit Sporthalle soll am Allmendweg in Maichingen entstehen. Der Träger ist das Kolping-Bildungswerk.
Ein privates Schulzentrum mit Sporthalle soll am Allmendweg in Maichingen entstehen. Der Träger ist das Kolping-Bildungswerk.
Dass Bildung in Sindelfingen groß geschrieben wird, war in der jüngsten Gemeinderatssitzung am Dienstag zu spüren. Einhellig waren der Maichinger Ortschaftsrat, der Technische Ausschuss und der Gemeinderat für den Plan des Kolpingwerks, eine weiterführende Privatschule und eine Sporthalle am Allmendweg im Ortsteil Maichingen zu bauen.
Seit einigen Jahren bietet die Kolping-Schule in der Otto-Hahn-Straße die Möglichkeit zum Realschulabschluss und mittlerweile auch zum Abitur innerhalb von 13 Schuljahren. 330 Schüler werden dort unterrichtet, doch ist das Gebäude zu klein geworden, eine Möglichkeit die Schule zu erweitern gibt es nicht.
Südlich des Allmendwegs in Maichingen – zwischen Bahnstrecke und Sportgelände – hingegen würde es Platz für rund 600 Schüler geben, und dazu noch eine Fläche für eine Sporthalle. Bislang müssten die Kolping-Schüler für den Sport teilweise in andere Ortsteile ausweichen, außerdem könnten sich mit der neuen Halle Synergie-Effekte für die lokalen Sportvereine ergeben, die ebenfalls die Halle nutzen könnten, so argumentiert die Sindelfinger Stadtverwaltung. In dem Gebiet liegen zwar noch private Grundstücke, aber – und das betonten der Sindelfinger Oberbürgermeister Bernd Vöhringer (CDU) und Michael Paak vom Amt für Stadtentwicklung unisono: Das Vorhaben des Kolpingwerks lasse sich auf den Grundstücken verwirklichen, die bereits von der Stadt erworben wurden. Zwei Entwürfe für die neue Schule gibt es, welchen Kolping verwirklichen will, ist noch nicht entschieden.
Für den Standort insgesamt spreche auch die Infrastruktur. „Der Allmendweg liegt strategisch sehr günstig neben den Wohngebieten und der S-Bahn“, sagte Michael Paak.
In der nachfolgenden Diskussion schlug Ulrich Röhm (Freie Wähler) vor, eine Rückkaufoption einzubauen, falls sich das Kolpingwerk anders entscheide. Sabine Kober (Grüne) fand die Lösung rundum gelungen. Allerdings sprach sie von Bedenken, die Vertreter des benachbarten Unterrieden-Gymnasiums und der Johannes-Widmann-Gemeinschaftsschule geäußert hätten, die wohl auf ihre Schülerzahlen schauten. Allerdings hatte das Amt für Bildung und Betreuung zuvor schon erklärt, dass die Kapazität im Gymnasium Unterrieden stark ausgelastet sei.
Mit diesem Beschluss des Gemeinderats wird nun ein herkömmliches Bebauungsplanverfahren in die Wege geleitet. Als nächstes wird der Aufstellungsbeschluss folgen, dann der Entwurfsbeschluss, dann der Satzungsbeschluss. In der Regel dauert solch ein Verfahren etwa ein Jahr.
In einer zweiten Abstimmung beschloss der Gemeinderat zusätzlich, der Stadt ein Vorkaufsrecht für die Grundstücke einzuräumen. Das heißt, falls einer der Besitzer verkaufen möchte, steht die Stadt an erster Stelle. Diese Grundstücke würden dann in Reserve gehalten werden, falls die Kolping-Schule sich erneut vergrößern möchte.
Das Kolpingwerk zählt zu den großen Sozialwerken der Katholischen Kirche. Es ist in mehr als 60 Ländern der Erde vertreten und umfasst nach eigenen Angaben rund 400 000 Mitglieder. Das Kolpingwerk Deutschland versammelt rund 205 000 Mitglieder, die etwa 230 Kolpinghäuser betreiben, die sich dabei zumeist um Jugendliche kümmern. Dazu gibt es rund 200 Einrichtungen der Kolping-Bildungswerke – wie eben die Schule in Maichingen.