Neubau für Geschäftsreisende Neues Tagungshotel am Flughafen

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Am Flughafen entsteht derzeit ein neues Hotel. Dass sich dies negativ auf die Gästehäuser in der näheren Umgebung auswirkt, glaubt ein Hotelier aus Plieningen nicht.

Hier am Messegelände entsteht das neue Mövenpick-Hotel, das vor allem für Tagungen genutzt werden soll. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth
Hier am Messegelände entsteht das neue Mövenpick-Hotel, das vor allem für Tagungen genutzt werden soll. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Filder - Das Areal um den Flughafen Stuttgart verwandelt sich immer mehr zu einem Businesszentrum. Ganz deutlich macht das der Neubau des Mövenpick-Tagungshotels, das direkt gegenüber des alten Mövenpick-Hotels an der Messepiazza stehen wird und sich explizit an Geschäftsreisende richtet. Das Konzept wurde am Donnerstag auf einer Pressekonferenz vorgestellt.

„Heute ist ein sehr glücklicher Tag“, sagte Walter Schoefer, der zusammen mit Georg Fundel einer der Geschäftsführer des Flughafens ist und den Baubeginn des Projekt gemeinsam mit der Hotelkette und der Investmentgesellschaft Stuttgart Invest AG (STINAG) nach neun Jahren Planungsarbeit umsetzte.

Das Vier-Sterne-Hotel soll Ende 2018 fertiggebaut sein und Anfang 2019 in Betrieb genommen werden. 50 Millionen Euro kostet der Bau, das Gebäude soll mit 262 Zimmern ausgestattet werden. Was nicht unbedingt typisch für ein Hotel am Flughafen ist: Es soll auch einen 1500 Quadratmeter großen Konferenz- und Bankettbereich geben. Grund dafür: die Nähe zur Messe, von der sich die Hoteliers eine Menge Gäste erwarten.

Das Hotel schließe eine Lücke

Doch für diese fehlte es offenbar nicht nur an Übernachtungsmöglichkeiten. Auch an mittelgroßen Tagungsräumen soll es großen Bedarf geben. „Mit dem Hotel wird eine Lücke geschlossen“, sagte Flughafen-Geschäftsführer Georg Fundel. Größere Tagungen könnten im Kongresszentrum der Messe stattfinden, für kleinere sei das Atrium im Flughafen mit seinen kleineren Tagungsräumen bereits gut aufgestellt.

Ginge es nach der Geschäftsführung des Flughafens, könnte das Areal sogar noch mehr Übernachtungsmöglichkeiten und noch mehr Veranstaltungsflächen vertragen. Zumal die STINAG hofft, dass neu geschaffene Kapazitäten auch die Messe selbst noch besser beleben könnten.

Die Investmentgesellschaft ist bei Plänen, weitere Hotels zu finanzieren, etwas zurückhaltender. Theoretisch hätte das Hotel laut der Bedarfsanalyse des Flughafens noch größer werden können. Dennoch: „Wir planen bei unseren Investitionen sehr vorsichtig“, so STINAG-Vorstandsvorsitzende Heike Barth.

Dass es nicht noch größer hätte werden müssen, findet auch Jürgen Köhler, Geschäftsführer von Mövenpick Deutschland: „Die anderen Hotels in Plieningen und Leinfelden-Echterdingen müssen ja auch leben.“

Ähnlich denkt man auch in der Branche in der unmittelbaren Nachbarschaft über die Neubau. Konstantin Marmonitis, selbst Hotelbetreiber und Vorsitzender der Plieninger Leistungsgemeinschaft (PLG), glaubt nicht, dass sich der neue Mitbewerber schlecht auf den Markt in der Umgebung auswirken wird. „Das Hotel bedeutet eine Aufwertung für den Platz“, sagt er.

Konkurrenz belebe das Geschäft

Kritisch würde er es nur sehen, wenn mehrere Hotels auf einmal gebaut würden und so den örtlichen Hotelmarkt durcheinanderbringen könnten: „Ansonsten bleibe ich der Meinung: Konkurrenz belebt das Geschäft.“ Auch der Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA Baden-Württemberg sieht keine Probleme durch ein weiteres Hotel am Standort. „Die Bettenauslastung der Hotels in Stuttgart gut. Und der Filderbereich muss als wirtschaftlicher Entwicklungsbereich mit Hotels ausgestattet sein“, sagt DEHOGA-Pressesprecher Daniel Ohl.

Das neue Mövenpick-Businesshotel am Flughafen ist eine konsequente Fortentwicklung dessen, was sich seit Jahren um die Messepiazza abspielt. Die Investitionssummen sind gewaltig: 145 Millionen Euro hat die Stadt in die Messe investiert, 359 Millionen kostet die Anbindung von Stuttgart 21 an den Flughafen, zehn Millionen die Anbindung der Stadtbahn U 6 an das Areal.

Die sogenannte Airport City, die vor allem aus Bürogebäuden besteht, war Investoren weitere 200 Millionen Euro wert – und das neue Verwaltungszentrum des Stuttgarter Flughafens ist 32 Millionen Euro teuer; das alte musste dem neuen Mövenpick-Hotel weichen.

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