Neubau im Schlossgarten geplant Pavillon wird abgerissen
Der Kiosk, der vor knapp einem Jahr durch einen umgestürzten Baum stark beschädigt wurde, ist aus Sicht des Landes wirtschaftlich nicht zu retten.
Der Kiosk, der vor knapp einem Jahr durch einen umgestürzten Baum stark beschädigt wurde, ist aus Sicht des Landes wirtschaftlich nicht zu retten.
Der Pavillon, der im Rahmen der Bundesgartenschau 1977 erbaut worden ist, fristet seit dem vergangenen Sommer ein trauriges Dasein. In einer stürmischen Nacht wurde Ende Juni im Unteren Schlossgarten ein Baum entwurzelt. Er krachte auf die Rückseite des Gebäudes und zerstörte große Teile des Dachs. Selbst Stahlträger wurden verbogen.
Lange Zeit stand nicht fest, was aus dem Kiosk wird. Nun hat der zuständige Landesbetrieb Vermögen und Bau – das Gebäude ist im Besitz des Landes Baden-Württemberg – die Variantenuntersuchung für eine Erneuerung beziehungsweise einen Ersatz des Pavillons und einer Toilettenanlage fertiggestellt. „Im Ergebnis hat sich gezeigt, dass ein Wiederaufbau des Kiosks insbesondere aufgrund der festgestellten umfangreichen substanziellen Schäden nicht wirtschaftlich ist“, sagt Sebastian Engelmann, Sprecher des Finanzministeriums. „Der Abbruch des zerstörten Bestandsgebäudes soll deshalb vor Beginn der Frühlingssaison erfolgen.“ Des Weiteren sei vorgesehen, zeitnah einen Neubau des Kiosks mit Toilettenanlage zu errichten. Statt der bisherigen Stahlkonstruktion werde man allerdings auf Holz setzen.
„Bis zur Fertigstellung und Inbetriebnahme des neuen Kiosks wird der Sommerbetrieb mit einer adäquaten Interimslösung sichergestellt“, sagt Engelmann. Schon im vergangenen Sommer hatte der Vermieter, also das Land, ähnlich reagiert und dem Pächter einen kleinen Imbisswagen zur Verfügung gestellt. Außerdem wurde ein WC-Container aufgestellt, da die öffentlichen Toiletten am Kiosk nicht mehr benutzbar waren.
Bereits im vergangenen Herbst kam die Behörde zwar zu dem Schluss, dass der Wiederaufbau des Pavillons grundsätzlich machbar sei. Weil es sich aus Sicht des Landes jedoch um einen Zweckbau handelt, der „vornehmlich zur Sauberkeit und zum Sicherheitsgefühl im Schlossgarten beiträgt“, würden neben dem „bestehenden gestalterischen Gesamtkonzept im Kontext der Bundesgartenschau 1977“ insbesondere wirtschaftliche und funktionale Gesichtspunkte berücksichtigt werden. Eine Einschätzung, die bei mehreren Lokalpolitikern auf Unverständnis stieß. Bereits im vergangenen Herbst sprach sich die SPD im Bezirksbeirat Stuttgart-Ost für den Erhalt des Kiosks aus. Das CDU-Bundestagsmitglied Maximilian Mörseburg teilt diese Meinung. Aus Sicht des FDP-Landtagsabgeordneten Friedrich Haag verbinden „viele Bürgerinnen und Bürger mit dem Gebäude Erinnerungen an die Bundesgartenschau. Es ist ohnehin eines der wenigen Objekte aus dieser Zeit im Schlossgarten“. Er bedauert, dass dieser Umstand für das Land bei den Planungen jedoch eine untergeordnete Rolle spielen würde.