So sieht der Masterplan für das Klinikum Esslingen nach den Neubauten und Umbauten aus. Foto: HWP Planungsgesellschaft mbH (Visualisierung)
Die Neubauprojekte des Esslinger Krankenhauses fördert das Land Baden-Württemberg. Insgesamt plant die Stadt als Träger insgesamt sogar 200 Millionen Euro an Investitionen.
Fast 100 Millionen Fördergelder erhält das Esslinger Klinikum vom Land Baden-Württemberg. Derzeit läuft der Neubau des Hauses 2. Dort entstehen moderne Strukturen für eine zentrale Notaufnahme, eine große Intensivtherapiestation, den OP-Bereich sowie zwei Pflegestationen. Ziel ist es, das Esslinger Krankenhause damit zukunftsfähig aufzustellen. Dort ist derzeit eine Fusion im Gespräch.
Wegen der umstrittenen Kündigung eines Chefarztes ist das Esslinger Klinikum jüngst in die Schlagzeilen geraten. Ungewiss ist auch die Zukunft der Trägerschaft des Krankenhauses in der Kreisstadt. Derzeit prüfen die Stadt und der Landkreis Esslingen einen möglichen Zusammenschluss des Klinikums Esslingen mit den Medius-Kliniken des Landkreises – alleiniger Träger der neuen Krankenhaus-Struktur soll der Landkreis Esslingen werden.
Ziel eines Zusammenschlusses der Kliniken wäre „die Bildung einer leistungsfähigen und zukunftsfesten Klinikstruktur im Landkreis Esslingen, die im Wettbewerb innerhalb der Region Stuttgart sehr gut aufgestellt ist.“ Eine Entscheidung in den zuständigen Gremien könnte bis Mitte 2027 fallen.
Das Klinikum Esslingen stellt sich mit den Neubauten zukunftsfähig auf. Foto: Roberto Bulgrin
Parallel treibt das Esslinger Klinikum, dessen Träger die Stadt Esslingen ist, das Erweiterungsprojekt voran. Das Land unterstützt das größte Einzelbauprojekt in der 170-jährigen Geschichte des Hauses nun mit insgesamt fast 100 Millionen Euro. Im Rahmen des Krankenhausbauprogramms 2026 fließen rund 87 Millionen Euro Fördergelder in den Neubau von Haus 2. Mit weiteren rund 11 Millionen Euro wird die neue Technikzentrale des Klinikums Esslingen gefördert.
„Wir danken dem Land Baden-Württemberg ganz herzlich für diese finanzielle Unterstützung“, sagt Oberbürgermeister Matthias Klopfer. „Damit können wir die umfassende Modernisierung unseres Klinikums weiter vorantreiben und den Esslingerinnen und Esslingern eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung bieten.“
Klinik-Neubau soll im Jahr 2029 in Betrieb gehen
Die Weichen für das Bauprojekt sind bereits 2024 gestellt worden. Damals hatte der Esslinger Gemeinderat dem „Masterplan Bau“ zugestimmt und damit den Weg für die Modernisierung des Klinikums Esslingen geebnet. Insgesamt sollen rund 200 Millionen Euro in die Zukunft des Klinikums investiert werden. Der Beschluss fiel vor der aktuellen Finanzkrise. Der massive Einbruch der Gewerbesteuer zwingt die Stadt Esslingen jetzt zu drastischen Einsparungen.
Die Arbeiten im Klinikum laufen bereits und sind fest im Etat eingeplant. Nach dem erfolgreichen Abriss des bisherigen Bettenhauses beginnt nun der Aushub der Baugrube für das künftige Haus 2, die an ihrer tiefsten Stelle bis zu 14 Meter erreichen wird. „Ziel ist es, diese anspruchsvolle Aufgabe bis Ende des Jahres zu bewältigen, sodass der Neubau planmäßig im Jahr 2029 in Betrieb gehen kann“, sagt Anja Dietze, die Sprecherin des Klinikums Esslingen.
Die Aufgabe ist komplex, denn das neue Gebäude entsteht nicht etwa auf der grünen Wiese, es ist vielmehr eingebettet in eine jahrzehntelang gewachsene Gebäudestruktur. Dem Abriss des bestehenden Hauses 2 aus dem Jahre 1966 sind jahrelange aufwendige Vorbereitungen vorausgegangen.
„Mit seinen Bauprojekten steht das Klinikum Esslingen beispielhaft für ein vorausschauendes und nachhaltiges Modernisierungskonzept.“
Anja Dietze, Sprecherin des Klinikums
Mit dem vierstöckigen neuen Modulgebäude für 150 Betten wurden die nötigen Ausweichflächen geschaffen, um einen Teil der bestehenden Gebäude nach und nach durch Neubauten zu ersetzen. Wichtige Klinikbereiche mussten verlegt werden – und zwar so, dass sie künftig bessere und funktionalere Arbeitsbedingungen vorfinden. Außerdem wurden die Versorgungsleitungen für diese und alle künftigen Gebäude in einer Ringtrasse zusammengefasst. Auf sieben Vollgeschossen entstehen im Neubau von Haus 2 insgesamt 16 000 Quadratmeter Nutzfläche.
Die Bauabschnitte im Klinikum sind voneinander unabhängig
Der Umbau soll im laufenden Betrieb stattfinden. „Mit seinen Bauprojekten steht das Klinikum Esslingen beispielhaft für ein vorausschauendes und nachhaltiges Modernisierungskonzept“, sagt Dietze. Der modulare Ansatz mit voneinander unabhängigen Bauabschnitten ermögliche es, „flexibel auf medizinische Entwicklungen und veränderte gesetzliche Rahmenbedingungen zu reagieren und die Infrastruktur kontinuierlich an zukünftige Anforderungen anzupassen.“ Das Sozialministerium des Landes Baden-Württemberg sei von Beginn an eng in die Planungen eingebunden gewesen.
Für die Patienten bedeuten die Bauarbeiten bei laufendem Betrieb eine Belastung. Zugleich verweist der Geschäftsführer Matthias Ziegler aber auf spürbare Verbesserungen. „Zwar stellen die umfangreichen Umbaumaßnahmen unsere Patienten und unsere Mitarbeitenden vor Herausforderungen.“ Gleichzeitig habe das Klinikum aber mit jeder Verlagerung eine Modernisierung und Verbesserung der räumlichen Bedingungen erreicht.