Neubau in Kornwestheim OB lobt Islamische Gemeinde: „Neue Moschee bereichert Stadtbild“

Die neue Moschee in Kornwestheim wird am Sonntag feierlich eröffnet. Muhsin Acar (links) und Suat Özcan (rechts) vom Vorstand der Gemeinde freuen sich mit Furkan auf das große Fest. Foto:  

Sechs Millionen Euro hat die neue Ayasofya Moschee in Kornwestheim gekostet. Nun, da der Außenbereich fertig ist, wird Eröffnung gefeiert. Auch das Parkplatzproblem ist gelöst.

Ludwigsburg: Frank Ruppert (rup)

Etwa sechs Millionen Euro hat die neue Ayasofya Moschee in Kornwestheim nun am Ende die Gemeindemitglieder gekostet. Jetzt wird sie nach sechs Jahren Bauzeit eröffnet. Am Sonntag, 13 Uhr, feiert die Ditib-Gemeinde dazu ein Fest, zu dem alle eingeladen sind. Obwohl der religiöse Dachverein immer wieder kritisiert wird, steht Oberbürgermeister Nico Lauxmann (CDU) voll hinter dem Projekt und der Gemeinde.

 

Zuletzt hing die komplette Fertigstellung am Außengelände, das die Baukosten von gut fünf auf etwa sechs Millionen Euro ansteigen ließ. Die 70 Auto- und 40 Fahrradparkplätze, die Grünfläche und der kleine Spielplatz sind endlich so weit fertig, dass die Türkisch-Islamische Gemeinde Kornwestheim das gesamte Gelände am Ortsrand zu Stammheim hin eröffnen kann. Die Moschee selbst steht schon länger und ist auch schon in Benutzung. Highlight ist der verzierte Gebetsraum mit den drei Kuppeln. Aber das Gebäude ist mehr als ein Haus zum gemeinsamen Gebet. Es gibt Räume für die Jugend und auch einen Saal und eine Küche für Feiern.

Der neue Außenbereich der Moschee bietet Platz für einen Spielplatz und Parkplätze. Foto: Andreas Essig/essigfoto.de

700 Gäste werden am Sonntag in der Sigelstraße 44 erwartet: Der Landrat, Kornwestheims Oberbürgermeister und die türkische Generalkonsulin gehören zu den Ehrengästen. Ganz wichtig: Es gibt ausreichend Parkplätze. Das wilde Parken hat die Nachbarn bei der früheren Moschee schon gestört. Gerade zum Freitagsgebet kommen Hunderte Gläubige.

20 Ordner im Einsatz

Deshalb hat die neue Moschee einen großen Parkplatz. Da dieser nun für die Feier genutzt wird, hat der Verein aber erreicht, einige benachbarte Freiflächen fürs Parken nutzen zu können. „Wir haben 20 Ordner, die sich um das korrekte Parken kümmern und den Leuten sagen, wo sie parken können“, sagt Vereinsvorstand Suat Özcan.

Das Fest ist ausdrücklich nicht ausschließlich für Gemeindemitglieder gedacht. Es wird einen offiziellen Teil mit Reden, der Pflanzung eines Baums und dem zeremoniellen Durchschneiden des Bandes geben. Im Anschluss darf bei Musik, Essen und Trinken auf der Freifläche gefeiert werden. Muhsin Acar aus dem Gemeindevorstand bietet dann auch Moschee-Führungen an.

Bei der Feier am Sonntag gibt es auch Führungen durch die Moschee und den Gebetsraum Foto: Andreas Essig

Für die Verantwortlichen der Gemeinde markiert die Feier den vorläufigen Abschluss einer langen Reise. Der Spatenstich für die neue Moschee erfolgte im Jahr 2019. Die alte Moschee war in einem betagten Gebäude untergebracht – genau dort, wo sich heute der Parkplatz befindet. Die Gemeinde finanzierte die Baukosten von insgesamt sechs Millionen Euro vollständig über ihre Mitglieder und Spenden, ganz ohne Kredite. Die lange Bauzeit ist auf die Corona-Pandemie zurückzuführen.

OB ist voll des Lobes für Gemeinde

„Wir sind froh, wenn wir hier gemeinsam etwas geschaffen haben, was Generationen hält und erfreut“, sagt Acar und lächelt beim Anblick von Furkan, dem kleinen Enkel des Vereinsvorsitzenden, der mit einem Luftballon im Gebetsraum Fußball spielt und sich dort offensichtlich schon heimisch fühlt.

Auch wenn Ditib (Türkisch-Islamische Union) in Deutschland wegen ihrer Nähe zur türkischen Regierung immer wieder in der Kritik steht, ist das Verhältnis zwischen dem Kornwestheimer Rathaus und der muslimischen Gemeinde bestens. „Die Zusammenarbeit zwischen der Stadtverwaltung und der Gemeinde ist vertrauensvoll und konstruktiv, und wir schätzen den gemeinsamen Einsatz für eine offene, interkulturelle und integrative Stadtgesellschaft“, sagt Oberbürgermeister Nico Lauxmann.

Der OB wird deshalb ebenso am Sonntag bei Eröffnung der Ayasofya Moschee erwartet wie Vertreter anderer Glaubensrichtungen aus der Umgebung. „Das neue Gebäude bereichert das Stadtbild und ist zugleich ein sichtbares Zeichen der Vielfalt, Respekts und des interkulturellen Miteinanders in Kornwestheim“, so Lauxmann weiter.

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