Neubau in Stuttgart-Riedenberg Das Waldheim ist endlich wieder daheim

Von Caroline Holowiecki 

Das wird eine Freude für die 400 Waldheimkinder in Stuttgart-Riedenberg. Das neue Gebäude an der Eichenparkstraße steht für sie bereit. Bis es so weit kam, musste die Kirchengemeinde allerdings Geduld beweisen...

Isabel Hetterich, Werner Rabe und Andrea Bremer (von links) sind stolz auf den Neubau an der Eichenparkstraße. Foto: Caroline Holowiecki
Isabel Hetterich, Werner Rabe und Andrea Bremer (von links) sind stolz auf den Neubau an der Eichenparkstraße. Foto: Caroline Holowiecki

Riedenberg - Das ohrenbetäubende Pfeifen geht durch Mark und Bein. Der Handwerker hat beim Bohren so viel Staub verursacht, dass der Brandmelder ausgelöst hat. Mehr als ein cooles Lächeln ringt der schrille Ton dem Mann aber nicht ab. So ist das halt auf einer Baustelle, wer wird da gleich die Fassung verlieren.

Es liegt viel Arbeit hinter den Beteiligten

Anfang dieser Woche ist hier im Parkheim-Neubau in Riedenberg noch jede Menge zu tun. Der Boden ist mit Malervlies bedeckt, Kabel hängen von den Decken, die Küche ist allenfalls halb fertig, das Holz für den Handlauf wird zurecht gesägt. Dennoch schauen sich Andrea Bremer und Werner Rabe zufrieden um. So viel Arbeit liegt hinter den beiden Mitgliedern des Sillenbucher Kirchengemeinderats. Das bisschen, das schaffen sie auch noch.

Das Parkheim an der Eichenparkstraße ist seit den 50ern die Heimat des Ferienwaldheims der evangelischen Kirchengemeinde Sillenbuch. Immer in den Sommerferien finden zwei Freizeiten statt, und in diesem Jahr, genauer gesagt ab nächstem Montag, erstmals im nagelneuen Gebäude.

Im Frühjahr 2016 ist mit den Arbeiten begonnen worden. Das Objekt mit den vielen großen Fenstern steht genau an der Stelle, wo einst das Waldhorn die Waldheim-Kinder beherbergte. Ans Haus von 1888, erklärt Werner Rabe, erinnert aber nur noch eine gemauerte Wand im Keller.

Die École Maternelle hat sich bei den Planungen eingebracht

Geschafft wird auf dem Gelände bereits seit rund zehn Jahren. 2008 wurde der erste Parkheim-Neubau fertiggestellt. Außerhalb der Sommerferien ist die Immobilie an die École Maternelle vermietet, die deutsch-französische Vorschule. Sie wird auch den Neubau II, der mit dem Neubau I verbunden ist, nutzen und ihr Angebot erweitern. Das Team der Betreuungseinrichtung hat sich dementsprechend bei der Planung eingebracht. So sind in die Räume flexible Trennwände eingebaut worden, die die Säle dann sowohl für die Vorschul- als auch die Waldheim-Kinder nutzbar machen. Einen Gymnastikraum im Untergeschoss richtet sich die École Maternelle zudem nach ihren Bedürfnissen ein. Eine Küche gibt es ebenfalls, und im Dachgeschoss sind zwei Wohnungen, die ab Oktober an Kirchenpersonal vermietet werden.

Eigentlich hätte das Haus schon früher fertig sein sollen. Der Startschuss für die Bauarbeiten hatte sich jedoch um Monate verzögert, da wegen der Flüchtlingskrise keine Container auf dem Markt verfügbar gewesen waren, erklärt Werner Rabe, der gemeinsam mit Andrea Bremer in den vergangenen Monaten die Bauherrenschaft vertreten hat. Zumindest die zuletzt kommunizierten Baukosten von 1,6 Millionen Euro seien „im Großen und Ganzen“ eingehalten worden, sagt er. An der Rechnung beteiligen sich die Landeskirche, der Kirchenkreis und die Stadt.

400 Kinder und Jugendliche werden erwartet

Die Waldheim-Leiterin Isabel Hetterich freut sich schon darauf, dass die Freizeiten „endlich wieder daheim“ stattfinden. Insgesamt rund 400 Kinder sowie Jugendliche, die sich zu Waldheim-Mitarbeitern ausbilden lassen, werden sich in mehreren Abschnitten auf dem Gelände tummeln – mehr denn je, da im neuen Haus nun ein zusätzlicher Gruppenraum zur Verfügung steht, erklärt sie.

Im vergangenen Jahr musste das Waldheim noch aufs Gelände des Geschwister-Scholl-Gymnasiums ausweichen. Der Vorteil jetzt: Nun kann der nahe Eichenhain wieder zum Spielen und für die Mittagspause genutzt werden. „Wir freuen uns riesig drauf“, sagt die Waldheim-Leiterin Isabel Hetterich. „Das alles wird die Waldheim-Routine beeinflussen. Ich bin gespannt, was das neue Haus bringt“.

Eröffnung

Am Sonntag, 30. Juli, beginnt um 10.30 Uhr im Hof des Parkheims, Eichenparkstraße 16, ein öffentlicher Gottesdienst. Gestalten werden ihn der Sillenbucher Pfarrer Friedrich July und die Riedenberger Pfarrerin Elisabeth Jooß. Am 22. Oktober wird es überdies noch eine große Neubau-Einweihungsfeier der Kirchengemeinde Sillenbuch gemeinsam mit der École Maternelle geben.

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