Neubau in Stuttgart Vaihingen Auch das Fraunhofer-Institut braucht mehr Fläche

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Südlich der Nobelstraße soll ein Neubau die arge Platznot der Forscher lindern. Damit meldet neben der Uni auch die Fraunhofer-Gesellschaft Bedarf an.

An der Nobelstraße forscht die Fraunhofer-Gesellschaft unter anderem im Auftrag privater Geldgeber. Nachdem die Nachverdichtung an seine Grenze gestoßen ist, müssen neue Flächen her. Foto: Gottfried Stoppel
An der Nobelstraße forscht die Fraunhofer-Gesellschaft unter anderem im Auftrag privater Geldgeber. Nachdem die Nachverdichtung an seine Grenze gestoßen ist, müssen neue Flächen her. Foto: Gottfried Stoppel

Vaihingen - Vaihingen ist der zweitgrößte Standort der Fraunhofer-Gesellschaft in Deutschland. 2000 Mitarbeiter sind an der Nobelstraße angesiedelt, und seit Jahren kennzeichnet den Standort eine Konstante: Baukräne drehen sich über ihm. „Was die Uni in den nächsten 15 Jahren machen will, das haben wir schon getan“, sagte Maria Müller von der Fraunhofer-Gesellschaft in der jüngsten Sitzung des Vaihinger Bezirksbeirats. Eine Nachverdichtung sei nicht mehr möglich.

Also musste ein neues Areal her, um den Flächenhunger der Forscher zu stillen. Das wurde gleich gegenüber, auf der südlichen Seite der Nobelstraße und neben dem Höchstleistungsrechenzentrum, gefunden. „Wir konnten dort in Erbpacht ein Grundstück erwerben“, sagte Müller. Das Land Baden-Württemberg tritt die Birkhof genannte Fläche für einen Zeitraum von 70 Jahren an die Einrichtung ab.

Wegen der Frischluftschneise soll nur die Hälfte des Grundstücks bebaut werden

„Das Fraunhofer IPA wird sich dort ansiedeln“, sagte Müller. Das ist das Institut für Produktionstechnik und Automatisierung, das unter anderem an der Interaktion von Mensch und Roboter in der Fertigung arbeitet. In einem ersten Schritt soll dort die Projektgruppe Bearbeitungstechnologien im Leichtbau unterkommen. Die Finanzmittel von Land, Bund und EU liegen seit 2015 dafür bereit.

Weitere Bereiche sollen folgen, unter anderem ein Zentrum für smarte Oberflächen. Insgesamt geht die Fraunhofer-Gesellschaft von einem Flächenbedarf von 14 280 Quadratmeter aus. „Das soll in den nächsten zehn bis 15 Jahren entstehen“, sagte Müller. Und auch die Uni wird sich ein Stück des Kuchens sichern für zwei nicht näher definierte Forschungsfabriken.

Weil sich dort zudem eine Kaltluftschneise befindet, über die frische Luft in Richtung Talkessel zieht, soll das Gelände nur zur Hälfte bebaut werden. Der hintere Teil zur A  831 hin soll frei von Baukörpern blieben.

So arg ist die Platznot bei den Fraunhofer-Leuten, dass ihnen die Birkhof-Bebauung nicht reicht. So wollen sie zwischen die Bestandsgebäude nördlich der Nobelstraße und eben dieser noch den sogenannten Spin-Bau quetschen. Der Name ist eine Abkürzung für Stuttgarter Plattform für innovatives und nachhaltiges Bauen. Alleine für die Realisierung dieses Restzwickels stellt die Gesellschaft 17,5 Millionen Euro zur Verfügung.

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