Neubau Oscar-Paret-Schule in Freiberg Schule soll eine kleine Stadt werden

Von Patricia Elsner 

70 Millionen Euro kostet der Neubau der Oscar-Paret-Schule in Freiberg. Damit ist das eines der teuersten Schulneubauten im Land. Nicht allen gefallen jedoch die Pläne für die Schule, die das Architektenbüro jetzt vorgestellt hat.

Der Plan des Kölner Architektenbüro mvm+starke zum Schulneubau der Oscar-Paret-Schule im Freiberger Zentrum. Foto: factum/Granville
Der Plan des Kölner Architektenbüro mvm+starke zum Schulneubau der Oscar-Paret-Schule im Freiberger Zentrum. Foto: factum/Granville

Freiberg/Neckar - Es soll eines der teuersten aktuell geplanten Schulbauprojekte im Land werden: Am Donnerstagabend haben die Kölner Architekten von mvm+starke die Freiberger Stadträte über den Stand der Planungen zur Oscar-Paret-Schule in Freiberg am Neckar informiert. „Zur Höhe der Kosten können und wollen wir im Moment nichts sagen“, hielt sich der Architekt Michael Müller bedeckt. Genaue Angaben seien erst möglich, wenn entschieden sei, wie die Schule aussehen soll und die Pläne fertig seien. „Parameter wie die Ausstattung , die Barrierefreiheit und die Amoksicherheit der Schule stehen noch nicht fest. Ohne diese fällt es jedoch schwer, eine Kostenberechnung anzustellen“, sagte Müller.

Das bisher veranschlagte Budget für den Verbund aus Gemeinschaftsschule, Realschule und Gymnasium liegt bei 70 Millionen Euro. Bis zum Frühjahr 2018 wollen die Architekten die Baupläne vorlegen und der Gemeinderat den Baubeschluss fällen. Und bereits im Jahr 2021, zu den Sommerferien, soll die Schule fertig sein.

Einzelne Ideen stellten die Architekten am Donnerstag dennoch vor. So solle die Schule mit rund 1700 Schülern nach dem Neubau einer eigenen kleinen Stadt gleichen. „In einigen Bereichen, wie der Mensa werden sich viele Schüler aufhalten, in anderen, wie den Klassenzimmern, weniger“, sagte Müller. Das müsse man auch bei der Planung berücksichtigen. Außerdem müssen für Herausforderungen, wie gemeinsame Sammlungen der Fachbereiche, Lösungen gefunden werden.

BUND klagt über erhöhte Schadstoffbelastung

Eines der größten Hindernisse jedoch ist die Nähe der Schule zur Autobahn. „Nach unserer Idee muss sich das Gebäude von der Autobahn weg entwickeln“, sagte Müller. Rund 40 Meter Abstand seien geplant. Die höheren Schulbauten sollen von der Autobahn abgewandt sein, die niedrigeren hinter einer Lärmschutzwand stehen, die aus dem Bauschutt aufgetürmt wird.

Der Ortsvorsitzende des BUND in Freiberg, Conrad Fink, hatte in einer Pressemitteilung beklagt, dass eine Annährung der Schule an die Autobahn eine unzumutbare Belastung für die Schüler und Mitarbeiter darstellen würde. Er fordert, dass die Schule an ihrem bisherigen Standort bleibt und renoviert wird.

„Uns ist es wichtig, dass wir über die Schadstoffbelastung rechtzeitig diskutieren“, unterstützte der Grünen-Stadtrat Ralph Schmid Corad Fink am Donnerstag in der Gemeinderatssitzung. Der Stadtrat Willi Zimmer (CDU) hingegen plädierte dafür, dass man Fink zu einer offenen Diskussion in den Gemeinderat einlade: „Anstatt dass der immer von hinten schießt.“

Bürgermeister Dirk Schaible zeigte sich allerdings zuversichtlich: „Wir gehen davon, aus, dass wir die Schadstoffe in Griff bekommen.“ Und auch Thomas Baum (FDP) schlug vor, sich auf das Positive zu konzentrieren. „Ist doch klar, dass wir keinem Projekt zustimmen werden, das den Schülern und Lehrern schadet.“




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