Neubau Stadtbücherei Schorndorfer Millionenprojekt ist beschlossen

Die Bücherei soll ein moderner Ort der Begegnung werden. Foto: Ippolito Fleitz Group

Der Schorndorfer Gemeinderat gibt grünes Licht für den Neubau der Stadtbücherei, der Ende 2024 eröffnet werden könnte. Es gibt aber auch Kritik an dem Millionenprojekt.

Lauter Applaus im Saal und sichtliche Erleichterung bei der Verwaltungsspitze: Der Schorndorfer Gemeinderat hat dem Bau einer neuen Bücherei durch Schatz Projektbau zu einem Festpreis von 8,5 Millionen Euro zugestimmt: 20 Ja-Stimmen standen 8 Nein-Stimmen gegenüber. Damit könnte die neue Bücherei Ende 2024 eröffnet werden – zehn Jahre nach den ersten Überlegungen. „Ich bin überzeugt, dass das die Bücherei ist, die Schorndorf in Zukunft braucht“, sagte der Oberbürgermeister Bernd Hornikel. In der Haushaltsplanung bis 2025 sind 11,4 Millionen für das Projekt eingestellt. Wichtiger Baustein der Finanzierung ist eine in Aussicht gestellte Landesförderung von mehr als 5 Millionen.

 

Wie soll der Neubau aussehen? Die Einrichtung wird in den historischen Spitalhof am Archivplatz ziehen. Das Fachwerkgebäude wird mit einem kubistischen Neubau verbunden. In der Angebots- und Verhandlungsphase wurde der ursprüngliche Plan aus Kostengründen an zwei Stellen verändert: Die schwer zu kalkulierende unterirdische Verbindung zwischen den beiden Gebäudeteilen entfällt, zudem wird die Betonfassade durch vorgehängte Faserzementplatten ersetzt. Der Anbau ist als offene Galerie konzipiert, Tageslicht kommt durch ein großes Oberlicht im Dach, die Regale befinden sich an der Außenwand.

Welche Bedenken gibt es? Es sind vor allem die Kosten, die kritisiert wurden. Lars Haise von der AfD befürchtet, dass die Fördergelder nicht kommen würden, der Einzelstadtrat Andreas Schneider findet, dass die Bücherei ein falsch gesetzter Schwerpunkt sei, und die Grünen-Stadträtin Kirsten Katz hat Bedenken hinsichtlich der Folgekosten. Der CDU-Stadtrat Manfred Bantel hingegen glaubt nicht, dass die Bücherei tatsächlich zur Belebung der Innenstadt beitragen wird.

Was sagen die Befürworter? Gegen den „populistischen Sparsamkeitsaufstand“ wetterte der CDU-Stadtrat Max Klinger. Man wolle ja wohl kaum auf die objektbezogene Förderzusage für die Erhaltung des Kulturdenkmals verzichten und eine 300 000-Euro-Spende für die Bücherei. Man bekomme das Geld zigfach zurück, in Form von gut gebildeter Jugend, sagte der SPD-Stadtrat Hans-Ulrich Schmid. Zur Landesförderung sagte der Erste Bürgermeister Thorsten Englert: „Sie wurde in Aussicht gestellt, mehr geht nicht, bevor wir keinen Förderantrag stellen. Wir laufen eher in Gefahr, dass die Mittel verfallen.“

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Die Bücherei-Leiterin betonte, dass es nicht darum gehe, dass die derzeitige Bücherei nicht hübsch sei. „Wir haben viel größere Probleme. Diese Bücherei kann die normale Funktion nicht erfüllen“, sagte Marianne Seidel , die mit ihrem Team ein Jahr am Konzept der neuen Bücherei gefeilt hat: „Das wird ein herausragender Ort.“

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