Neubaugebiet in Renningen Kita-Provisorium kostet mehr als zwei Millionen Euro

Der Bedarf an Kita-Plätzen in der Stadt wächst stetig. Foto: dpa/Jens Büttner

Renningen plant einen neuen Kindergarten für das neueste Baugebiet. Um die Zeit bis zur Fertigstellung zu überbrücken, kommt eine Containeranlage.

Kinderbetreuung ist teuer – das gilt nicht nur für die tägliche Betreuung in der Kita. Allein die provisorischen Container, die die Stadt Renningen in das neue Baugebiet Schnallenäcker III stellen lässt, bis der „echte“ Kindergarten dort gebaut ist, kosten 2,1 Millionen Euro. Das sind noch mal 400 000 Euro mehr, als die Stadt zunächst gedacht hatte. Immerhin gehören die Container dann der Stadt, die sie im Anschluss weiterverwenden oder verkaufen kann.

 

Die größte Überraschung aber war das günstigste Angebot. Das belief sich nämlich auf nicht mal 1,2 Millionen Euro. „Wir hatten für die Kostenberechnung bei Fachfirmen angefragt“, erklärte der Stadtbaumeister Hartmut Marx im Gemeinderat. Dabei war von etwa 1,7 Millionen Euro die Rede. Als unter den elf Angeboten, die anschließend eingingen, dieses extrem günstige dabei war, hakte die Stadt nach. Schließlich wollte man wissen, wie die große Differenz zu den anderen Anbietern zustande kam. „Auf unsere Anfrage hin haben wir allerdings nie eine Rückmeldung erhalten.“ Auch Referenzen wurden keine vorgelegt. „Da kann man dann davon ausgehen, dass irgendetwas nicht stimmt“, so der Bürgermeister Wolfgang Faißt. „Dieses Angebot mussten wir daher ausschließen.“

Container bieten Platz für drei Gruppen

Die Container, die an der Korngäustraße aufgestellt werden, sollen später Platz für drei Kindergartengruppen bieten und werden bezugsfertig übergeben. Im Unterschied zu dem Kindergarten in der Jahnstraße, der ebenfalls als Kindergarten auf Zeit in Fertigbauweise geliefert wurde, wird es sich hierbei tatsächlich nur um ein zeitlich sehr begrenztes Provisorium handeln. Nur zeitig muss es her. Denn die Planungen für den großen Kindergarten sind noch am Anfang, der Bau wird noch mehrere Jahre dauern. Gleichzeitig wächst der Bedarf an Kita-Plätzen in der Stadt stetig.

Bereits heute ist die Versorgung mit Kita-Plätzen knapp, wie in vielen Kommunen. Immer wieder müssen Malmsheimer Familien auf Renninger Einrichtungen zurückgreifen, bei Krippen und Ganztagseinrichtungen gibt es stets mehr Anfragen als freie Plätze im gesamten Stadtgebiet. Mit dem Baugebiet Schnallenäcker II, das seit fünf Jahren etwa fertig aufgesiedelt ist, kamen rund 1000 neue Einwohner nach Renningen, darunter viele Familien. Mit Schnallenäcker III werden es noch mal so viele sein. Um die Zeit bis zur Fertigstellung des Neubaus zu überbrücken, gibt es die Container.

Anlage enthält auch einen Turnraum

Trotz der zeitlichen Begrenzung soll es sich bei der Containeranlage um eine hochwertige Einrichtung handeln, in der sich die Kinder und Erzieher wohlfühlen, wie die Stadtverwaltung betont. Vor allem sollen sie dank entsprechendem Aufbau und Materialwahl nicht das Gefühl haben, in einem Container zu sitzen, sondern in einem Kindergarten. Die zweigeschossige Anlage wird neben den drei Gruppenräumen unter anderem einen Essbereich mit Küche, barrierefreie Toiletten und einen Turnraum haben. Der Aufbau ist für Anfang 2024 vorgesehen.

Im großen Neubau, der sich noch in der Planung befindet, werden fünf Gruppen unterkommen, darunter auch die Krippenkinder. Der Plan, das Gebäude mit integrierten Wohnungen anzulegen, ging zur Enttäuschung von Verwaltung und Gemeinderat nicht auf. Der Kindergarten wird daher freistehend geplant, die Option, ihn mit Wohnungen aufzustocken, soll aber offengehalten werden.

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