Gärtringen/Aidlingen - Seit dem Sonntag fahren sie nun: Die neuen Busse der Linie 768 zwischen Aidlingen und Gärtringen. Im Stundentakt sind sie von etwa sechs Uhr morgens bis acht Uhr abends zwischen den beiden Gemeinden unterwegs.
Besonders Aidlingen ist damit sozusagen auf der Gewinnerstraße. Denn nun kommen nicht nur die weiterführenden Gärtringer Schulen in bessere Reichweite der Aidlinger Bürger. Auch das Gärtringer Freibad ist mit der neuen Linie 768 nach Aidlingen angeschlossen und vor allem auch die S-Bahn-Haltestelle in Gärtringen. Zwar konnten die Aidlinger bisher den Ehninger S-Bahnhof nutzen, aber der Anschluss in Gärtringen hat Vorteile, wenn man in Richtung Süden will. Mit der S 1 geht es von Gärtringen nach Herrenberg und von da an weiter etwa in Richtung Tübingen oder Horb. „Mit der neuen Linie geht ein lang gehegter Traum in Erfüllung“, freut sich auch der Aidlinger Bürgermeister Ekkehard Fauth.
Weniger Stress und Hektik
Zur Einweihung am Donnerstag hatte Oliver Ruhmann, der Fahrdienstleiter des Böblinger Omnibus-Unternehmens Pflieger, persönlich das Steuer des Mercedes-Hybrid-Busses in die Hand genommen und das Fahrzeug an die neue Haltestelle im Gärtringer Friedhofweg gesteuert. Für sein Unternehmen sei vor allem wichtig, dass die Fahrzeiten auf der neuen Strecke nicht auf Kante genäht worden seien. Schließlich gebe es immer mehr Verkehr auf den Straßen des Landkreises Böblingen und die Busse kämen immer schlechter voran. „Durch längere Fahrzeiten wird der Fahrplan stabiler“, sagt Oliver Ruhmann, „und unsere Busfahrer haben weniger Stress und Hektik.“
Die neue Linie 768 ist unter der Obhut des Landkreises Böblingen und des Verkehrsverbunds Stuttgart (VVS) geschaffen worden. Für den Böblinger Landrat Roland Bernhard ist der Busverkehr das Rückgrat des ÖPNV im Kreis, „was bei der Diskussion um die Schiene oft vergessen wird.“ Zwar sei der Kreis durch die beiden Firmen Porsche und Daimler „ein automobiler Landkreis“, aber es komme auf eine gute Balance zwischen ÖPNV und Individualverkehr an.
Besonders der Busverkehr habe während der Pandemie gelitten und Roland Bernhard will sich dafür stark machen, dass der Kreis einen Rettungsschirm über die örtlichen Busunternehmen spannt.
Startschuss sollte erst 2023 fallen
Nicht nur der Landrat war mit dem neuen Bus angereist, auch der VVS-Chef Horst Stammler, der die beiden Gemeinden Gärtringen und Aidlingen beglückwünschte, die neue Linie eingerichtet zu haben. Denn eigentlich sollte der Startschuss erst im Jahr 2023 mit dem neuen Nahverkehrsplan fallen. Der VVS sei damit seinem Ziel ein Stück näher gekommen, seine Fahrgastzahlen bis zum Jahr 2030 zu verdoppeln.
Für die Bürger von Gärtringen biete die neue Linie durchaus auch Vorteile, weil damit der Friedhof von der Ortsmitte heraus besser erschlossen werde und die Wohngebiete im Norden der Gemeinde sowie das nahe liegende Gewerbegebiet Riedbrunnen, betonte der Gärtringer Bürgermeister Thomas Riesch.