Neue Corona-Regelung Kultusministerium ermöglicht Fern- und Wechselunterricht

Ein Mix aus Präsenz- und Fernunterricht soll möglich sein, um die Corona-Neuinfektionen zu reduzieren. Foto: dpa/Stefan Puchner
Ein Mix aus Präsenz- und Fernunterricht soll möglich sein, um die Corona-Neuinfektionen zu reduzieren. Foto: dpa/Stefan Puchner

Eltern und Schüler aufgepasst: Ab Klassenstufe 8 ist ein Wechselbetrieb von Präsenz- und Fernunterricht möglich – für Schulen, die in einem Risikogebiet liegen.

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Baden-Baden - An Schulen in Stadt- und Landkreisen mit besonders hohen Corona-Infektionszahlen kann es von diesem Dienstag an auch Wechsel- und Fernunterricht in älteren Jahrgangsstufen geben. Eine entsprechende Regelung beinhaltet die am Montagnachmittag aktualisierte Verordnung des Kultusministeriums.

Probates Mittel, um Neuinfektionen zu reduzieren

Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) hatte zuvor Wechsel- beziehungsweise Fernunterricht in älteren Jahrgangsstufen für notwendig erachtet. „Das erscheint mir jetzt ein probates Mittel“, sagte er am Montag im Radioprogramm „SWR Aktuell“. Um die Zahl der Corona-Neuinfektionen zu reduzieren, sei es wichtig, Kontakte zu beschränken. Mit dem sogenannten Wechselunterricht, bei dem zum Beispiel Klassen halbiert und abwechselnd zu Hause und in der Schule unterrichtet werden, könnten auch Kontakte auf dem Weg zur Schule und in Bussen und Bahnen eingegrenzt werden, sagte Lucha.

Die neue Verordnung, die an diesem Dienstag in Kraft tritt, erlaubt nun den Wechsel- und Fernunterricht „für Schulen, die in einem Stadt- oder Landkreis liegen, in dem die Anzahl der Neuinfektionen mit dem SARS CoV-2 Virus nach Feststellung des Landesgesundheitsamts im Durchschnitt in den vergangenen sieben Tagen bei über 200 pro 100 000 Einwohner liegt“. Allgemeinbildende und berufliche Schulen könnten vorübergehend ab der Klassenstufe 8 die Klassen oder Lerngruppen teilen und einen Wechselbetrieb von Präsenz- und Fernunterricht vornehmen, um im Präsenzunterricht einen Mindestabstand von 1,5 Metern zu gewährleisten, heißt es in dem Papier weiter.

Kritiker warnen vor Problemen bei Eltern

Das Kultusministerium teilte mit, dass es auch in sogenannten Corona-Hotspots nicht automatisch Wechselunterricht geben solle. „Entscheidend ist, ob das Infektionsgeschehen den Schulbetrieb tatsächlich beeinträchtigt.“ 

Das Thema wird seit Wochen in Baden-Württemberg und anderen Bundesländern diskutiert. Lehrerverbände wie der Philologenverband Baden-Württemberg haben sich dafür ausgesprochen. Kritiker mahnen an, dass Unterricht in der Schule besser sei und die Betreuung zu Hause ansonsten Eltern vor neue Probleme stellen könnte.

„Die Erfahrungen aus der ersten Jahreshälfte haben bundesweit gezeigt, dass sich im Fern- und Wechselunterricht, insbesondere für Kinder aus sozial schwächeren Familien, dem Bildungsauftrag nicht auf die gleiche Weise gerecht werden lässt, wie im Präsenzunterricht“, hieß es aus dem Kultusministerium. „Zudem ist ein Präsenzunterricht ein wichtiger Faktor für Struktur im Leben der Kinder und Jugendlichen und in vielen Fällen auch beim Thema Kindeswohl.“ Auch Lucha räumte ein, dass Präsenzunterricht wichtig sei. Aber bei älteren Schülern erscheine ihm Wechselunterricht jetzt angesichts der Lage mit weiter steigenden Infektionszahlen vertretbar, sagte er.




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