Neue Eishalle für Freiburg? OB Horn zeigt die kalte Schulter
Jahrelang waren nicht die Fußballer, sondern die Eishockeyspieler Freiburgs Sport-Aushängeschild. Doch ohne neue Eishalle steht der Verein früher oder später vor dem Aus.
Jahrelang waren nicht die Fußballer, sondern die Eishockeyspieler Freiburgs Sport-Aushängeschild. Doch ohne neue Eishalle steht der Verein früher oder später vor dem Aus.
Freiburg - Während sich die Fans des Sportclubs Freiburg auf die Fertigstellung des neuen Stadions freuen, steht ein zweiter Traditionsverein der Stadt demnächst möglicherweise auf der Straße. Es handelt sich um den Eishockeyclub (EHC) Freiburg, dessen Profiteam in der zweiten Deutschen Eishockeyliga (DEL2) spielt. Seit Jahren gilt die Heimspielstätte der „Wölfe“, wie sie genannt werden, als marode. Jetzt hat der Oberbürgermeister Martin Horn (parteilos) klar gestellt, dass es in absehbarer Zeit keinen Neubau geben wird.
„Es tut uns allen wirklich weh. Aber angesichts der Kosten und der aktuell sehr angespannten Haushaltssituation ist ein Neubau im nächsten Doppelhaushalt nicht darstellbar“, sagt Horn. Dies sei das ernüchternde Ergebnis einer umfangreichen Prüfung. Demnach würde eine DEL-taugliche Halle mit zwei Eisflächen und 5000 Zuschauerplätzen mindestens 68 Millionen Euro kosten. Bei Verzicht auf die zweite Eisfläche und einer Reduzierung der maximalen Zuschauerzahl auf 3500 – das wäre das Niveau der alten Halle, die nicht mehr erstligatauglich ist – sei immer noch mit Kosten von 45 Millionen Euro zu rechnen. Die bisher kursierenden Zahlen, die sich zwischen 20 bis 30 Millionen Euro bewegten, seien illusorisch.
Eine Sanierung der alten Halle scheide wegen der schlechten Bausubstanz aus. Selbst um die Eishalle auf dem gegenwärtigen Niveau zu erhalten, müsse die Stadt jährlich mindestens 200 000 Euro für Reparaturen bereit stellen. Dies werde man auch tun, kündigt Horn an. Allerdings tickt die Uhr. Die Betriebserlaubnis läuft im Juni 2024 ab. Ob es gelinge, sie zu verlängern, sei offen, räumt Horn ein. Die Sicherheit der Nutzer genieße oberste Priorität.
Es fehle im Rathaus offenbar an Fantasie und einer Strategie, klagt der EHC-Präsident Michael Müller. Er kämpfe weiter für seine Klientel. „Wer die Eishalle zumacht, braucht sich 2024 doch gar nicht mehr zur Wahl stellen“, sagt er im Hinblick auf die dann anstehende Gemeinderatswahl. Horn sagt, man wolle die nächsten zwei Jahre nutzen, um ein schlüssiges Gesamtkonzept zu erarbeiten. Finanzierungsmodelle mit Investoren und öffentlich-private Partnerschaften seien keineswegs ausgeschlossen.
Dem SC Freiburg, dessen neues Stadion 75 Millionen Euro kostet, neide er den Erfolg nicht, sagt Müller. Die Stadt förderte das, indem sie das Grundstück kostenlos zur Verfügung stellte. „Die haben das verdient.“ Er sieht Sparpotenziale im Kulturbereich. 30 Millionen Euro flössen jährlich in Theater und Oper. „Da werden ja auch nur Profimusiker bezahlt.“