Neue First Lady im Porträt Kretschmann ist eine emsige Person

Landespolitik: Renate Allgöwer (ral)
WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Wenn die 63-Jährige heute aus Laiz in die Stadt Sigmaringen läuft, kommt sie an manchem Projekt vorbei, für das sie früher gekämpft hat. Sie, die sonst kaum eine Miene verzieht, verdreht die Augen, als sie vom Streit berichtet, ob der zwei Kilometer lange Abschnitt des internationalen Donauradwegs von Laiz nach Sigmaringen geteert werden sollte oder nicht. Jetzt ist er asphaltiert - wie sie es wollte - und er ist der wohl am stärksten frequentierte Weg zwischen der Kernstadt und dem Dorf.

Sie ist eine Person, die man als emsig beschreiben könnte. Während sie auf den Besuch wartet, schneidet Gerlinde Kretschmann die verblühten Osterglocken vor dem Haus ab. Selbst wenn sie mal vor dem Fernseher sitze, bleibe sie nicht untätig, sagt sie. Dann stricke sie. Allein in der Kirche hat die Katholikin drei Ehrenämter. Sie singt im Chor, und zwar schon länger als ihr Mann, betont sie schmunzelnd. Sie ist Lektorin und organisiert für das Katholische Bildungswerk Vorträge. Bis vor einem Jahr hat sie ihren Mann gelegentlich einspannen können für ein Referat über Religionen, Kirche und Staat. Auch die Tochter Irene, die in Schottland Lehrerin ist, musste auftreten. "Vor mir ist niemand sicher", scherzt sie. "Ich frage alle."

Mit der Akribie einer Lehrerin bereitet sie für den Albverein zwei Führungen im Jahr vor, läuft als Wanderführerin die Strecke vorher ab, wenn es sein muss, auch dreimal. Großen Wert legt die Enkelin eines Gastwirts auf eine regionale Beiz für die Rast. Wenn sie mal keine Veranstaltung auf die Beine stellt, besucht sie die der anderen. Die des hohenzollerischen Geschichtsvereins, beispielsweise, oder die im Staatsarchiv in Sigmaringen. "Es gibt keine Woche, wo ich nicht irgendwo hingehe." Ach ja, zweimal die Woche Fitness ist auch im Programm.

Unsere Empfehlung für Sie