Neue First Lady im Porträt Reiten lernen oder studieren

Landespolitik: Renate Allgöwer (ral)
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Im Sommer wird sie pensioniert

Gerlinde Kretschmann hat sich die Neugier bewahrt. "Ich will nicht wissen, was der Nachbar tut oder lässt." Nein, ihr geht es um Anregungen. "Es gibt so viel Interessantes auf der Welt. Kriegt man davon einen Zipfel zu fassen, ist das wunderbar."

Im Sommer wird sie pensioniert. Eigentlich wollte sie sich dann ihren Traum erfüllen: "Ich wollte anfangen zu reiten", sagt sie verschmitzt. Auch habe sie gedacht, sie könnte noch mal studieren. Dafür würde sie auch saftige Gebühren bezahlen. Die fände sie für ein Seniorenstudium politisch angebracht. Kunst würde sie interessieren. Nebenher hat sie schon Funkkollegs absolviert. Nicht nur im Haus in Laiz, auch an der Außenwand des Schopfs, wie man im Oberschwäbischen zur Scheune sagt, hängen Kunstwerke. Die sind von dem Stuttgarter Michael Mordo, dessen Mutter Elsbeth mit Winfried Kretschmann unter den ersten Grünen im Landtag war.

Als Gerlinde Kretschmann von ihren Plänen für den Ruhestand erzählt, unterbricht sie sich selbst mit einem Lachen: "Jo, jetzt ist es anders gekommen." Jetzt wird ihr Mann Ministerpräsident. Bei der tiefen Verwurzelung in Laiz überrascht es, dass die First Lady in spe erwägt, in die Dienstvilla des Regierungschefs auf der Solitude zu ziehen. "Ich würde das für vernünftig halten, wegen meines Mannes. Es ist doch jeden Abend was anderes. So muss er halt immer zwei Stunden heimfahren." Einer Grünen widersteht die Pendelei, was der Verwurzelung aber keinen Abbruch tut. Die Freunde vom Kirchenchor plädieren sehr für die Solitude. "Die sagen, da ziehst du hin, da können wir dich besuchen." Bei aller Rührigkeit plant Gerlinde Kretschmann eines nicht: "Ich fühle mich nicht als Landesmutter. Ich bin die Mutter meiner Kinder. Das bin ich liebend gerne. Aber Landesmutter, das wäre zu viel."

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