Am Ende wirkt es wie eine Farce: Über viele Monate hinweg beschäftigt sich ein Gremium mit dem Fluglärm in der Region. Es gibt wilde Diskussionen, es gibt Vorwürfe, es gibt eine Abstimmung und es gibt noch eine Abstimmung, und abschließend gibt es sogar eine Empfehlung. Aber es ist, als hätte es diese Wühlarbeit in der Fluglärmkommission und in zahlreichen Diskussionsrunden nie gegeben, denn im fernen Berlin entscheidet allein das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung, über welche Balkone und Terrassen die Flugzeuge fliegen und die Kaffeetassen klirren lassen. Wirklich befriedigend ist das nicht, weder für die Befürworter noch für die Gegner der neuen Flugrouten.
Aber es ist korrekt, auch wenn korrekt nicht immer gleichbedeutend mit gut ist. Es war immer klar, dass die Fluglärmkommission eine Empfehlung abgibt – nicht mehr und nicht weniger. Entschieden wird an anderer Stelle. Auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Verkehrsminister Winfried Hermann, die in dem permanent schwelenden und ab und zu eskalierenden Konflikt zu vermitteln versuchten, erklärten mehr als einmal ihren begrenzten Einfluss.
Unglücklich und wahrlich demotivierend ist aber, dass bei vielen zumindest der Eindruck erweckt wurde, die Fluglärmkommission sei als beratendes Gremium das entscheidende. Und je nachdem, in welche Richtung die Entscheidung kippte – erst für die neue Routen, dann gegen sie – triumphierte eines der beiden Lager. Zuletzt zogen die Gegner der neuen Route sogar eine Klage zurück, im Glauben, dass die Entscheidung zu ihren Gunsten gefallen sei. Jedoch hätten sie, da juristisch und kommunalpolitisch gewieft, wissen müssen, dass das töricht war. Nun ist es doppelt bitter zu hören, dass sich die Flugsicherung indirekt dafür bedankte: Mit der Rücknahme der Klagen gegen die neuen Routen stünde diesen nun nichts mehr entgegen. Das klingt zynisch. Und zwar unabhängig davon, ob – je nach Wohnort – dies eine gute oder schlechte Nachricht ist.