Neue Folge „Frieslandkrimi“ im ZDF Kommissar Brockhorst patzt wieder

Das haben auch die Friesen-Cops Özlügül und Cassens (Sophie Dal und Maxim Mehmet) nicht alle Tage: einen Einsatz am Müllcontainer. Foto: ZDF/Willi Weber 13 Bilder
Das haben auch die Friesen-Cops Özlügül und Cassens (Sophie Dal und Maxim Mehmet) nicht alle Tage: einen Einsatz am Müllcontainer. Foto: ZDF/Willi Weber

Der Fall „Bis aufs Blut“ aus der ZDF-Reihe „Frieslandkrimi“ ist wie gewohnt harmlos launig. Er nimmt die Polizeiarbeit zum Glück nicht so ernst.

Kultur: Thomas Klingenmaier (tkl)
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Stuttgart - Jeder braucht mal Motivierungsschübe. Aber nicht jeder bekommt sie. Kommissar Jan Brockhorst (Felix Vörtler) etwa muss sich von einer Anwältin anhören: „Sie sind nicht nur ein lausiger Ermittler, sie sind auch ein lausiger Charmeur.“ Das trifft den Mann, der sich für den besten Kriminalisten im lauschigen ostfriesischen Städtchen Leer hält, ganz besonders. Als einziger Kriminalbeamter weit und breit sollte er den Championsrang eigentlich sicher haben.

Aber wie die ZDF-Reihe „Frieslandkrimi“ Folge um Folge zeigt: jeder andere hat mehr drauf, das uniformierte Team Özlügül und Cassens (Sophie Dal und Maxim Mehmet) sowieso, aber auch die Apothekerin Insa Scherzinger (Theresa Underberg), eine bedenklich eifrige Hobbyforensikerin. Im Fall „Bis aufs Blut“ verreist Scherzinger zwar, aber selbst ihre Kollegin Harms (Tina Pfurr), der das Schnüffeln auf die Nerven geht, hat mehr zur Lösung des Mordfalls beizutragen als Brockhorst.

Gummibärchen und Mordrätsel

Der seltsame Herr Schlüter (Alexander Beyer), der hier die Leiche seiner Frau in einem Müllcontainer findet und prompt in Verdacht gerät, ist ein Sonderling mit der charakterlichen Finesse eines Gummibärchens. Ernst gemeint ist diese Reihe nämlich allenfalls in ihrer Nebenfunktion als Fremdenverkehrswerbung für Ostfriesland. Das bringt Vor- und Nachteile. Das Geplänkel zwischen den Figuren ist oft ganz unterhaltsam, und die Messlatte realer Polizeiarbeit kann hier höchstens als Türstopper für den nächsten Kalauer dienen. Aber irgendwie muss das Drehbuch dann halt doch so tun, als ginge es auch um ein Mordrätsel und um Spannung. Das gerät schnell zur etwas quälenden Pflichtübung.

Wie die anderen Frieslandkrimis der Reihe ist „Bis aufs Blut“ nicht so nett verschroben, welthaltig und klug wie die Abenteuer aus der liebevollen ZDF-Krimisatirereihe „München Mord“, aber eben auch nie so lähmend blöde wie manche bierernste Serie. Am schönsten finden diese Reihe wahrscheinlich Modelleisenbahnfreunde: In den putzigen kleinen Ministädtchen auf ihren Holzplatten zwischen Schienen und Lokschuppen könnte es kriminalistisch genau so zugehen.

Frieslandkrimi: Bis aufs Blut. ZDF, Samstag, 20.15 Uhr. Bereits vorab in der Mediathek.




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