Neue Führungskräfte in Sindelfingen und Böblingen Viele Wechsel im städtischen Kulturbereich

Rochade auf der Kulturbühne (von links): Peter Conzelmann, Horst Zecha, Sven Riesch, Markus Nau. Foto: mmü

Markus Nau ist auf dem Sindelfinger Kulturamt längst angekommen, Sven Reisch wird 2023 auf Peter Conzelmann in Böblingen folgen.

Böblingen: Robert Krülle (rok)

Nach 17 Jahren an der Spitze des Sindelfinger Kulturamts wollte Horst Zecha noch etwas anderes tun. Der studierte Historiker möchte die letzten zweieinhalb Jahre seines Berufslebens der Erforschung der Stadtgeschichte widmen. Im vergangenen Sommer erfolgte der Stabwechsel zu Markus Nau, den langjährigen Leiter der Schule für Musik, Theater und Tanz (SMTT) in Sindelfingen – also ein smarter Übergang, ist doch Markus Nau bestens mit dem örtlichen Kulturleben vertraut und an vielen Stellen selbst aktiv.

 

Neue Musikschulleiterin in Sindelfingen wird Maria Wunder

Bis Ende des Jahres hielt Nau allerdings auch noch das Musikschul-Zepter in der Hand, ehe die SMTT ab 1. Januar 2023 eine neue Leiterin hat: Die 31-jährige Maria Wunder, die aus Herrenberg stammt, war die letzten beiden Jahre an der Musikschule Calw tätig, unter anderem auch in der Funktion der Stellvertretenden Schulleiterin. Die Klarinettistin und Musikpädagogin, die auch eine Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten bei der Stadt Herrenberg abgeschlossen hat, tritt also ab Januar in ziemlich große Fußstapfen.

In Sindelfingen steht 2023 auch wieder die Biennale an – seit geraumer Zeit das Kulturevent der Stadt, das alle Kräfte fordert. Hier wird Markus Nau gleich einmal alle Hände voll zu tun haben, wobei er bei den bisherigen Auflagen bereits federführend mitgewirkt hat und insofern genau weiß, was auf ihn zukommt. Als Motto ist „Vielfalt“ vorgesehen. Dabei sollen die verschiedenen Religionsgemeinschaften mitwirken. „Wir planen so eine Art Stadtplan der Religionen, auf denen Moscheen und Kirchen eingezeichnet werden“, kündigte Nau bereits im Sommer an. „ Manche Gemeinden und Vereine werden zusätzlich bei der Biennale noch Veranstaltungen anbieten.“

Wechsel auf dem Böblinger Kulturamt

In Böblingen wiederum hat Peter Conzelmann das Kulturamt seit 2006 geleitet und bei seinem Antritt sofort mit deutlich gekürzten Kulturetats klar kommen müssen – keine leichte Aufgabe. Das Pianistenfestival und die Jazztime-Reihe hat er all die Jahre hochgehalten, zudem mit den baden-württembergischen Literaturtagen im Herbst 2017 gemeinsam mit den Kollegen aus Sindelfingen ein denkwürdiges Event auf die Beine gestellt. Und regelmäßig galt es auch die „Lange Nacht der Museen“ zu bestreiten – wenngleich sich auch Conzelmann an der Weiterentwicklung der konfliktträchtigen Böblinger Museumslandschaft die Zähne ausbiss. Zum Jahresbeginn wird sich der langjährige Kulturamtsleiter in den Ruhestand verabschieden,seine offizielle Verabschiedung im Gemeinderat erfolgt Mitte Februar.

Auf ihn folgt Sven Reisch, der im November vom Böblinger Gemeinderat gewählt wurde und kein Unbekannter ist. Denn von 2009 bis 2019 saß er für die Grünen im Gremium und engagiert sich beim Kulturnetzwerk „Blaues Haus“ in Böblingen. Zudem hat er das Sindelfinger Kunstliedfestial „Der Zwerg“ mitorganisiert. Reisch hat in Karlsruhe Europäische Kultur- und Ideengeschichte studiert und war zuletzt beim Landesverband der Musikschulen beschäftigt. Auf den neuen Kulturamtsleiter warten einige Herausforderungen – vor allem die angesprochene Neuordnung der Museen. Es wird spannend, wie sich Sven Reisch in kniffligen Fragen wie dieser positioniert.

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