Neue Funktion in der VVS-App Günstige VVS-Tickets kaufen – so funktioniert es

Auf dem Screenshot der VVS-App in der Mitte: Die neue Funktion zum flexiblen Einchecken beim Fahrkartenkauf. Foto: imago/Arnulf Hettrich, Screenshot StZN

Nutzer der VVS-App werden aktuell von einem Update überrascht. Was es damit auf sich hat – und wie die Funktion den Kauf von Einzelfahrscheinen revolutionieren könnte.

Stadtentwicklung & Infrastruktur: Andreas Geldner (age)

Nutzer der VVS-Fahrplan-App sind seit der vergangenen Woche durch ein Update-Fenster überrascht worden. Der Verkehrs- und Tarifverbunds Stuttgart (VVS) lud sie ein, eine neue Funktion namens CiCoBW zu aktivieren.

 

Die Abkürzung steht für „Check-in, Check-out“ und bedeutet, dass man über die Standortbestimmung automatisch ein Einzelticket kaufen kann, ohne sich um Tarife oder Zonen zu kümmern. Laut VVS haben bis 23. März die Nutzer der Fahrplan-App das Update aufgespielt bekommen. Wann es auf einem Gerät sichtbar wird, hängt unter anderem vom jeweiligen App Store, den Geräteeinstellungen und von der technischen Kompatibilität ab.

Automatisch zum günstigsten Tarif

Das System berechnet automatisch den günstigsten Tarif. Es reicht, beim Einsteigen seinen Standort zu übermitteln und sich beim Aussteigen auszuloggen. Ob Einzelfahrkarte oder Tagesticket – man zahlt nie zu viel. Allerdings kann CiCoBW keine Fahrten über mehrere Tage hinweg betrachten und etwa ein Mehrtagesticket anbieten, falls das günstiger sein sollte. „Die Tarifoptimierung läuft auf Tagesbasis. Das entwickeln wir aber weiter“, sagt VVS-Sprecher Niklas Hetfleisch.

Man muss die Funktion aktivieren und Zugriff auf Standort und Bewegungsdaten des Smartphones erlauben. Wenn man vergisst, sich nach der Fahrt auszuloggen, erkennt das System, dass man sich nicht mehr in Bus oder Bahn fortbewegt. Man muss also keine Sorge haben, dass der Fahrpreis weiter berechnet wird. Zusätzlich wird die Ortung durch WLAN- und Bluetooth-Daten ergänzt. Die Daten werden nur während der Buchung gespeichert.

Diese Erfassung funktioniere sehr zuverlässig, sagt der VVS-Sprecher: „Im Hintergrund betreiben die Lizenznehmer ein Betrugsmonitoring.“ Wenn sich jemand auslogge, bevor die Fahrt zu Ende ist, sei das nachzuweisen. Hier profitiere man auch von Erfahrungen aus der Schweiz. Zu Details gebe man aber keine Auskunft. Nach der Installation erscheint im Ticketbereich der VVS-App der Link „Einsteigen und losfahren – Mit CiCoBW zum günstigsten Preis“.

Lieblingsprojekt des grünen Verkehrsministers

Das System, ein Lieblingsprojekt des scheidenden grünen Landesverkehrsministers Winfried Hermann, gibt es seit 2023. Doch die Nutzerzahlen entwickelten sich anfangs zäh – zumal das im selben Jahr eingeführte Deutschlandticket gleich ein Abo attraktiver gemacht hat.

Potenzielle Nutzer scheuten zudem den Aufwand für eine separate App, die beim VVS BWeit hieß. Auch Verkehrsverbünde im Land zögerten mit der Integration in ihr Angebot. Der VVS war von Anfang an dabei – bot das System aber auch nur als getrennte App an. Einen Schub bekam das Projekt, nachdem das Schweizer Start-up Fairtiq, das ein solches System europaweit propagiert, CiCoBW in seiner App integrierte. Dass jetzt nicht nur der VVS, sondern etwa auch der Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) die neue Möglichkeit zum Ticketkauf direkt in seine App einbaut, könnte den Durchbruch bedeuten.

Vor allem für Nutzer, die heute Handytickets buchen, bietet das System einen Komfortgewinn. Auch Fahrten in anderen Verbünden innerhalb Baden-Württembergs oder über Verbundgrenzen hinweg werden per Ein- und Auschecken einfach abgerechnet.

Wer sein D-Ticket-Abo nach Preiserhöhungen nur aus Komfortgründen behalten hat, könnte nun unkompliziert Einzeltickets erwerben. „Die Erfahrungen bisher zeigen, dass nur wenige Kunden mit ihrer CiCoBW-Nutzung den Preis des Deutschland-Tickets überschritten haben“, sagt der VVS-Sprecher. Abokunden sollen in einer künftigen Version die Möglichkeit erhalten, für maximal einen Mitfahrer auf diese Weise ein Ticket hinzuzubuchen.

Warum hat die Integration so lange gedauert? „Der klassische Ticketshop musste mit der Check-in-Check-out-Funktionalität kombiniert werden“, sagt der VVS-Sprecher. Das habe nach dem Start der neuen VVS Mobil App im vergangenen Jahr noch einige Zeit benötigt.

Ein paar Hürden bei der Anmeldung

Vor der Aktivierung auf der VVS-App gab es bei einigen der ersten Updates noch Hürden. Um CicoBW zu aktivieren, muss man sich an sein selten benötigtes Passwort für die VVS-App erinnern.

Wer ein neues Passwort anfordern musste, klickte zwischen App und dem per Mail verschickten Code für diese Änderung gelegentlich ins Leere. Die Anmeldemaske verschwand, bevor man den Code einfügen konnte. Durch die Energiespareinstellungen einzelner Geräte könne es passieren, dass die Code-Eingabe scheitere, sagt der VVS. Hier empfehle man den Umweg über die SSB-Kundenseite und dem dortigen persönlichen Login.  

Weitere Themen

Weitere Artikel zu Stuttgart VVS Tickets