Neue Galerie in Stuttgart Im Necktar wird Austausch groß geschrieben

Frederik Laux in seinem Artspace an der Neckarstraße. Foto: Kriebernig

Der Osten hat eine neue Galerie, die zugleich auch ein Begegnungsraum ist: Von Lesungen, über Wein-Abende mit Oldschool-HipHop bis zu Performances - wir haben im Necktar vorbeigeschaut und mit dem Gründer und Künstler Frederik Laux gesprochen.

Stuttgart hat einen neuen Artspace: Seit April hat in der Neckarstraße der Projektraum "Necktar" geöffnet. "Ich kannte die Ecke vom Vorbeilaufen", erzählt Frederik Laux. Bevor der Stuttgarter Fotograf hier seine Galerie eröffnete, war der Eckladen ein Waschmaschinen-Verkaufsraum, danach herrschte Leerstand an der geschäftigen Ecke.

 

Wie umtriebig sie ist, merkt man schon nach wenigen Minuten: Stöckach, Stadtbahn, Arbeitsgericht, Autoverkaufshaus, gegenüber Kraftpaule und Arthelps. Viele laufen hier auf dem Weg in den Schlossgarten vorbei. So auch Laux, der immer wieder mit einer Idee im Kopf vorbeischritt.

Ein Konzept für die umtriebige Ecke

"Irgendwann habe ich mir einen Ruck gegeben und bei den Hausbesitzern nachgefragt, ob ich hier etwas machen kann", so der Fotograf. Die Besitzer waren von seinem Galerie/Artspace-Konzept sofort begeistert und er konnte loslegen. "Wir haben zu dritt jede Wand bearbeitet und die Räume aus dem Dornröschenschlaf erweckt", erzählt Laux. Sein Meisterlehrer an der Lazi-Akademie Heiko Simeyer und der Ausstatter und Künstler Roger Hummel haben ihn dabei tatkräftig unterstützt.

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Dabei kamen viele Materialien zum Einsatz, die ihr Leben eigentlich schon hinter sich hatten: Von den alten Leintüchern an der Decke bis zu der Lampeninstallation im Hauptraum - das Thema Up- und Recycling hat für Laux und seine Mitstreiter einer große Bedeutung.

Eiermann-Lampen als Licht-Kunstwerk

Die kugelrunden Lampen im Foyerbereich erzählen dabei auch eine besondere Geschichte, wie Laux anmerkt: "Die Kugeln hingen früher als Straßenlaternen im Stuttgarter Schlossgarten und wurden von Egon Eiermann entworfen. Die Stadt hat sie dann irgendwann gegen nicht so schöne Lampen ausgetauscht." Die gezeigten Fotografien, Collagen und Malereien werden alle zwei Monate getauscht.

Wie es zu dem Namen Necktar kam? "Ich fand das Wortspiel aus der geografischen Verortung in der Neckarstraße und dem befruchtenden Nektar besonders stimmig", so Laux, der in den Räumen seines Artspaces auch Kunst-Workshops veranstaltet. Der Neo-Galerist hat noch einiges in Planung: Veranstaltungen wie Buchpräsentationen, Performances und Lesungen sollen in Kürze stattfinden.

Auch vernetzende Events finden im Necktar statt: Am letzten Freitag des Monats werden unter dem Motto "Wine meets Art" Weine von regionalen Jungwinzer:innen ausgeschenkt. Dazu gibt es Musik und Kunst-Networking in den Räumlichkeiten der Galerie. Das nächste Event mit HipHop-Vinyls von Yaw findet am 5. Mai ab 17 Uhr statt.

Necktar, Neckarstr. 127, Stuttgart-Ost, Mo n. Vereinb., Di-Fr 9-16, Sa+So 10-18 Uhr

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