Grundschulkinder müssen in Böblingen bislang teils weite Wege zurücklegen. Besonders die, die auf dem Flugfeld wohnen. Das soll sich bald ändern. Am Dienstag wurde der Grundstein für eine neue Grundschule auf dem Böblinger Flugfeld gelegt. Noch klafft zwar neben der beruflichen Schule in der Liesel-Bach-Straße, wo die neue Bildungseinrichtung einmal stehen soll, eine große Baugrube. Aber bereits im Schuljahr 2025/26 sollen die ersten Kinder in die Grundschule einziehen. Im September 2025 ist die Eröffnung geplant. Der Betreiber der neuen Einrichtung ist – wie bei der beruflichen Schule nebenan - der Internationale Bund (IB), einer der großen privaten Dienstleister in der Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit mit Sitz in Frankfurt am Main.
Das kostenlose Schulangebot ist für alle Kinder offen
Bei strahlendem Sonnenschein und heißen Temperaturen zog es viele Menschen zur Grundsteinlegung der neuen Grundschule auf das Böblinger Flugfeld. Auch ein paar Kinder aus der benachbarten Kita Educcare waren gekommen, um sich den Fortschritt ihrer künftigen Grundschule anzusehen. Der Oberbürgermeister Stefan Belz lobte das Projekt des Internationalen Bundes, das zur Vielfalt der Schullandschaft in Böblingen beitrage. „Das Thema Grundschule ist ein wichtiger Aspekt, auch wenn es um die Entscheidung von Eltern geht, bleiben wir oder ziehen wir weg“, sagte er. Die Baubürgermeisterin Corinna Clemens erinnerte an die Anfänge des Flugfeldes. „Es war kein einfaches Projekt“, sagte sie. Doch nun gehe es darum, das Quartier zu schmieden.
In die Zeitkapsel, die im Fundament der Schule verewigt wird und in die Glücksbringer, Briefe oder anderen Gegenstände gelegt werden, packte Belz unter anderem die Schulwegpläne der Flugfeld-Kinder. Denn diese müssten bislang weite Strecken in die Ludwig-Uhland- oder die Justinus-Kerner-Schule in Kauf nehmen, ist sich Belz bewusst. Mit dem Bau der neuen Grundschule gelte dann die Böblinger Prämisse „Kurze Beine, kurze Wege“ wieder, so das Stadtoberhaupt.
Der Internationale Bund plant auf dem Gelände zwischen der beruflichen Schule und der Kita Edducare in enger Abstimmung mit der Stadt und dem Zweckverband Flugfeld eine dreizügige Schule für bis zu 300 Schülerinnen und Schüler mit einem Freibereich. Bauen wird das Gebäude der Ludwigsburger Bauträger und Projektentwickler Pflugfelder. Das kostenlose Schulangebot ist offen für alle Kinder in der Stadt und im Gegensatz zu den städtischen Schulen nicht an Schulbezirke gebunden. Das innovative pädagogische Konzept der neuen Grundschule hat federführend die Pädagogische Hochschule Ludwigsburg ausgearbeitet.
Rund 4000 Menschen wohnen auf dem Flugfeld
Mit dem Bau der Bildungseinrichtung wird ein dringender Bedarf gedeckt. Seit vielen Jahren ist klar, dass nur so dem raschen Bevölkerungszuwachs des Flugfelds Rechnung getragen werden kann. Rund 4000 Menschen, darunter viele junge Familien, leben dort. 160 davon waren im Jahr 2021 Grundschüler, laut Berechnungen der Stadt kommen jedes Jahr 45 weitere hinzu. Diese müssen bisher einen weiten und verkehrsreichen Weg in die umliegenden Schulen auf sich nehmen.
Bereits vor über fünf Jahren plante die Böblinger Verwaltung, dem städteplanerischen Versäumnis mit der Außenstelle einer bestehenden Grundschule zu begegnen, dann trat der IB mit dem Plan einer selbstständigen Schule auf den Plan. Im Jahr 2021 machten Eltern mit einer Petition Druck auf die Stadt. 235 Unterschriften forderten den raschen Bau einer Schule.