Neue Grundschule in Weil der Stadt Baustart schon im kommenden Jahr?
Der Gemeinderat hat einen wichtigen Schritt in Sachen Schulzentrum in der Jahnstraße gemacht. Mit dem Baubeschluss könnten 2025 die ersten Bagger rollen.
Der Gemeinderat hat einen wichtigen Schritt in Sachen Schulzentrum in der Jahnstraße gemacht. Mit dem Baubeschluss könnten 2025 die ersten Bagger rollen.
Multimedia-Vorführung im Weiler Gemeinderat: Das Licht wird gedimmt, zwei Minuten lang fliegt eine virtuelle Kamera durch die Visualisierung der neuen Grundschule, die in der Jahnstraße entstehen soll. Darauf zu sehen: Helle Räume, viele Fenster, viel Holz. Gezeigt wird das Video dem Rat an diesem Tag, weil eine wichtige Entscheidung ansteht – nämlich der Baubeschluss für den ersten Abschnitt des Projekts, das Bürgermeister Christian Walter einst als „Jahrhundertprojekt“ bezeichnet hat. „Es wird ernst“, sagt Walter nun.
Über die Zukunft der vier Schulen, die an der Jahnstraße liegen – also Grund-, Gemeinschafts- und Realschule sowie das Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentrum – wird seit vielen Jahren gesprochen. Die Gebäude sind teilweise stark marode. Dass das Schulzentrum neu errichtet werden soll, beschloss der Gemeinderat im Jahr 2021. Klar ist: Das wird teuer. Rund 52 Millionen Euro wurden damals veranschlagt.
Auch aufgrund des hohen Finanzierungsvolumens hat man die einzelnen Bauabschnitte autark voneinander geplant. Verzögert sich also etwa der zweite Bauabschnitt stark, soll der Unterricht trotzdem in geregelten Bahnen stattfinden. Im ersten Bauabschnitt soll die neue Grundschule errichtet, erst in späteren Bauabschnitten dann um weitere Gebäudeteile ergänzt werden. Für den ersten Bauabschnitt müssen drei Räume der bestehenden Schule abgerissen werden, dafür werden Container beschafft, bis die Grundschule fertig ist. Die neue Grundschule funktioniert also nicht nur als alleinstehendes Gebäude, bis das restliche Projekt voranschreitet.
Auch energieautark soll die Schule sein. „Sie versorgt sich selbst“, so Architekt Manfred Gruber im Gemeinderat. Mit PV-Anlagen auf dem Dach würde das Gebäude „mehr Energie produzieren als es benötigt.“ Für die Stadt wäre damit auch eine Förderung des Projekts als „klimafreundlicher Neubau“ möglich, um 1,1 Millionen Euro würde es gehen. Das wird aber noch geprüft. Eine Gesamtförderung von 50 Prozent, wie sie auf der Homepage der Stadt aktuell noch vermutet wird, hält auch Walter in der Sitzung für „optimistisch geschätzt“. Insgesamt soll der erste Bauabschnitt rund 17,4 Millionen Euro kosten. Mit Bundesmitteln aus der Ganztagsausbauförderung in Höhe von 4,2 Millionen Euro wird derzeit gerechnet.
In dieser Rechnung noch nicht inkludiert sind die Kosten für den Teilrückbau der bestehenden Schule und die Anschaffung der Interimscontainer – auf kritische Nachfrage einiger Gemeinderäte schätzte der Erste Beigeordnete Jürgen Katz diese Kosten auf zusätzliche 400 000 bis 450 000 Euro. 17,4 Millionen Euro – für Weil der Stadt sei das „kein Pappenstiel“, so Walter. „Das ist ein sehr teures, aber auch ein sehr tolles Projekt.“
Für die Grundschüler selbst ist im neuen Gebäude künftig mehr Platz: Statt zwölf soll es 16 Klassenzimmer geben, hinzu kommen Räume etwa für die Sprachförderung. Jedes Stockwerk bekommt eine gemeinsame Mitte mit flexibler Nutzung. Ein Ausschuss aus Mitgliedern der Verwaltung, des Gemeinderats und der Schule hatte in der Vergangenheit Details zur Gestaltung diskutiert. In einer Sache war man sich in der jüngsten Gemeinderatssitzung dann aber doch nicht so einig: Die Höhe der Fenster zwischen der Stockwerkmitte und den Klassenzimmern, hier fürchteten einige Räte zu großes Ablenkungspotenzial.
Mit nur einer Enthaltung fiel schließlich die Entscheidung in Sachen Baubeschluss. Für das Projekt könnte es jetzt rasch weitergehen: Noch dieses Jahr soll die Ausschreibung für einen Generalunternehmer folgen, im Herbst könnten ebenso die Rückbaumaßnahmen an der bestehenden Grundschule starten. Der Bau des Gebäudes könnte im Juli 2025 beginnen. Die geschätzte Bauzeit liegt bei 22 Monaten.