Neue Hochschule in Stuttgart Rezzo Schlauch wird Rektor

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Der ehemalige Bundespolitiker und Stuttgarter OB-Kandidat Rezzo Schlauch steht ab Herbst einer neuen Hochschule für Animation-, Game- und Industrial-Design in Stuttgart vor, an der er als Dozent auch unterrichten wird.

Ex-Politiker Rezzo Schlauch mischt künftig in der Bildung mit. Foto: dpa-Zentralbild
Ex-Politiker Rezzo Schlauch mischt künftig in der Bildung mit. Foto: dpa-Zentralbild

Stuttgart - Rezzo Schlauch ist immer für eine Überraschung gut. Einst schlug er sich mit den Fantastischen Vier im Club Zapata die Nächte um die Ohren und kandidierte 1996 als „die neue S-Klasse“ bei der Stuttgarter Oberbürgermeisterwahl. Nach seiner Zeit als Mitglied der Rot-Grünen Regierung in Berlin zog er sich 2005 überraschend aus der Politik zurück, um als Anwalt in München Unternehmen zu beraten. Jetzt folgt die nächste Episode in Schlauchs Laufbahn: Ab Herbst 2014 wird er als Rektor einer neuen Hochschule für Animation-, Game- und Industrial-Design vorstehen, wie die Stuttgarter Zeitung exklusiv erfahren hat.

„Neben meinen politischen und wirtschaftlichen Aktivitäten habe ich schon immer Vorträge an verschiedenen Hochschulen gehalten“, sagt der 66-Jährige. „Mit der Stuttgarter Kultur- und Bildungsszene bin ich immer sehr verbunden geblieben.“ Außerdem habe er als Politiker in verschiedensten Kommissionen schon immer medienpolitische Themen bearbeitet. „In den 90er Jahren war ich maßgeblich daran beteiligt, dass sich eine Kommission in der Regierung mit dem Stellenwert der Neuen Medien auseinandergesetzt hat. Dazu habe ich mich intensiv mit der Arbeit der Filmförderanstalt des Bundes auseinandergesetzt.“ Er sehe sich also nicht als bloßes Aushängeschild der Neuen Hochschule, sondern freue sich vor allem auf eine inhaltliche Herausforderung.

Neue Hochschule soll im Wintersemester an den Start gehen

Die neue Hochschule befindet sich momentan noch in Gründung. Ihren Lehrbetrieb will sie nach eigenen Angaben zum Wintersemester aufnehmen. Die Hochschule geht aus der privaten Medien-Schule Akademie der Media hervor. An der „Media Akademie – Hochschule Stuttgart“ sollen Studierende ab dem Wintersemester 2014 Animation-, Game- und Industrial-Design studieren können. „Viele Menschen denken, dass Special Effects bei Blockbustern oder die Levels von Computerspielen nur in den Staaten gemacht werden. Diese Ansicht gehört aber längst der Vergangenheit an“, sagt Jörg Schmidt, Geschäftsführender Gesellschafter der Media GmbH. „Wir haben uns bewusst Stuttgart als Hochschulstandort für unsere Gründung herausgesucht, weil hier in der Game-Szene etwas am Entstehen ist“, so Schmidt weiter. Die neue Hochschule profitiere von der Nähe zur Filmakademie in Ludwigsburg und von der Arbeit der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg. „Unsere künftigen Studenten wollen wir mit einem staatlich anerkannten Bachelor-Abschluss fit für den internationalen Markt machen.“

Rezzo Schlauch wird als Dozent unterrichten

An dieser Stelle soll sich Rezzo Schlauch als Dozent einbringen. „Ich werde nicht zum Thema Urheberrecht unterrichten, sondern die praktischen Erfahrungen weitergeben, die ich in der Politik und in der Wirtschaft gesammelt habe“, sagt Rezzo Schlauch. Gerade in der Animationsszene fingen die Studenten schon früh an, sich auch wirtschaftlich zu betätigen, etwa um Gelder für Produktionen zu sammeln. „Hier will ich keine dröge Theorie liefern, sondern Salz und Pfeffer in die Vorlesungen bringen“, so Schlauch. Außerdem wolle er als Rektor und Dozent ganz praktische Medienerfahrung vermitteln: „Wie funktioniert Fernsehen, wie laufen Interviews ab? Dabei werde ich sicherlich auch den ein oder anderen spannenden Experten aus meinem Netzwerk als Gast an die Hochschule einladen.“

Stuttgart sei der richtige Standort für eine solche Hochschule, „weil hier schon lange nicht mehr nur der etwas gilt, der vier Räder auf die Straße bringt. Stuttgart ist eine Medienstadt, eine Stadt der klassischen Verlage. Es ist an der Zeit, dass sich auch im Bereich der Animation etwas tut. Ich wäre vom Affen gebissen gewesen, hätte ich dieses Angebot nicht angenommen.“

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