Neue Kita in Leonberg Günstiger und schneller: Stadt lässt schlüsselfertig bauen

Kita: Hier soll sie hin, daneben sollen Wohnhäuser entstehen. Foto: Simon Granville

Die Leonberger Stadtverwaltung wird das Projekt in die Hand eines Generalunternehmers legen – unabhängig von den Wohnbauplänen nebenan. Die Kita soll sechs Gruppen haben. Es gibt aber auch Nachteile.

Leonberg: Marius Venturini (mv)

Alles aus einer Hand? Oder lieber einzeln ausschreiben? Das will wohl überlegt sein. Beim Bau des neuen Leonberger Rathauses hat die Stadt gute Erfahrungen damit gemacht, das gesamte Projekt in die Hände eines Generalunternehmers zu legen. Das soll nach dem Willen des Sozial- und Kultusausschusses nun auch bei der neuen Kita an der Berliner Straße geschehen. Man hatte sich Rat geholt beim Unternehmen Drees & Sommer, das eine sogenannte „Nutzwertanalyse“ erstellt hat – sprich, es wurde aufgedröselt, wo bei den beiden Alternativen Vor- und Nachteile liegen. Vorab sei noch erwähnt, dass eben jene Stuttgarter Firma mit für die Umsetzung des Rathaus-Neubaus verantwortlich zeichnete.

 

Variante „Planen und Bauen“ schneidet deutlich besser ab

Nun saß also Drees& Sommer-Vertreterin Simone Mann vor dem Gremium und erläuterte, was es bei welchem Vorgehen zu beachten gebe, was teurer oder günstiger werde und inwieweit sich die Zeitrahmen unterscheiden. Sie kam in ihrer Analyse zum klaren Ergebnis: Die Variante 2, „Planen und Bauen“, habe im Vergleich zu Variante 1 – also der Einbeziehung von Architekten, Fachplanern und Einzelgewerken – klar die Nase vorn. Im Vergleich dauere sie acht Monate weniger, die Planung sei billiger und es werde in der Verwaltung weniger Personal mit der Vorbereitung und den Ausschreibungen gebunden. Es gebe nur einen Ansprechpartner, der für die Umsetzung verantwortlich sei und das Projekt am Ende schlüsselfertig übergebe. Allerdings gebe es auch weniger Firmen, die bei einer Ausschreibung des Projekts in Frage kämen. Sprich, die Alternativen seien nicht so zahlreich.

Dass die Kita an der Berliner Straße kommt, steht wohl außer Frage – und zwar unabhängig, ob das unmittelbar südlich angrenzende Wohnbauprojekt am Ende realisiert wird oder nicht. Die geplanten sechs Gruppen sind auf jeden Fall notwendig, um die Kinderbetreuung in gefordertem Maße aufrecht erhalten zu können. Natürlich sei es der „worst case“, wenn man die Kita baue und das Wohngebiet nicht, merkte Baubürgermeister Klaus Brenner in der Ausschusssitzung an. „Voll bekommen wir sie aber auch ohne“, betonte er.

Sechs Gruppen, insgesamt 105 Plätze

Vorgesehen ist eine sechsgruppige Ganztagseinrichtung mit insgesamt 105 Plätzen, die sich auf zwei Krippengruppen sowie drei Ganztagsgruppen und eine Gruppe mit Regel- oder verlängerten Öffnungszeiten verteilen. Wie es in der Ausschuss-Druckvorlage der Stadtverwaltung heißt, fehlen aktuell am Ende des Kindergartenjahres 2026 noch 130 Plätze. Über die Kita in der Berliner Straße könnte also deutlich Druck herausgenommen werden. Weiter heißt es: „Im laufenden Kindergartenjahr kann der Platzbedarf im Einzugsgebiet durch die beiden Kindertageseinrichtungen Ludwig-Wolker-Kinderhaus und Wichern-Kindergarten nahezu gedeckt werden.“

Und auch wenn Jutta Metz (Freie Wähler) das Thema gerne nochmals mit in die Fraktionssitzung genommen hätte, ließ sie sich am Ende überzeugen: Es wurde abgestimmt. Einhellig beschloss der Ausschuss, dass die Kita gebaut wird, und zwar nach der Maßgabe „Planen und Bauen“. Das heißt, die Stadtverwaltung erhält den Auftrag, ein geeignetes Projektsteuerungsbüro auszuwählen und zu beauftragen. Das müsse, betonte Klaus Brenner, nicht zwingend Drees & Sommer sein. „Das ist hier keine Werbeveranstaltung“, versicherte der Baubürgermeister.

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