Neue Klimahäuser im Kreis Esslingen Auszeichnung für sechs nachhaltig gebaute, energieeffiziente Gebäude

Fünf der sechs ausgezeichneten Bauherren präsentieren stolz das Hausnummernschild, das ihr Gebäude als Klimahaus kenntlich macht. Foto: Roberto Bulgrin

Im Landkreis Esslingen gibt es sechs neue „Klimahäuser“ – erkennbar sind sie an besonderen Hausnummernschildern. Prämiert wurden Bauherren, die Vorbild sein sollen für nachhaltiges, energieeffizientes Bauen.

Reporter: Elke Hauptmann (eh)

Sie seien alle „Vorbilder für den Landkreis Esslingen“, hob Marion Leuze-Mohr bei der Übergabe der Hausnummernschilder an die Bauherren hervor. Diese Schilder weisen künftig sechs weitere Wohngebäude im Kreis Esslingen als Klimahäuser aus und sind „ein sichtbares Zeichen für Innovation, Verantwortung und Nachhaltigkeit“, betonte die Erste Landesbeamtin.

 

Die ausgezeichneten Häuser umfassen zusammen 15 Wohneinheiten mit einer Gesamtwohnfläche von fast 1650 Quadratmetern. In Leinfelden-Echterdingen und Köngen haben die Eigentümer Einfamilienhäuser nach höchstem KfW-Effizienzhaus-Standard neu gebaut, teils komplett aus Holz, mit Wärmepumpe und Photovoltaikanlage. In Notzingen wurde ein aus dem Jahr 1920 stammendes Häuschen ausgebaut und energetisch saniert – es weist zum Beispiel Lehmwände mit integrierter Wandheizung auf. In Nürtingen haben die Bauherren ein Zweifamilienhaus aus den 1950er Jahren kernsaniert und dabei unter anderem auf recycelbare Baumaterialien geachtet.

Leuze-Mohr freut sich vor allem darüber, dass erstmals seit dem Start des zusammen mit der Landesenergieagentur KEA-BW ausgelobten Wettbewerbs vor vier Jahren nun auch Mehrfamilienhäuser mit dem Gütesiegel Klimahaus ausgezeichnet werden konnten. Beide Gebäude stehen im Kircheimer Steingauquartier. Die sieben Bewohnerfamilien fühlen sich in der Henriettenstraße sehr wohl, sagte Klaus Rath von der Baugemeinschaft Klimazone. Im Haus der Baugemeinschaft Anker 6 gibt es vier Wohnungen und jede Menge Platz für die 20 Mitarbeitenden des Architekturbüros LP&H.

Gebäude verkörpern das Umdenken

Diese sechs Häuser, betonte die Erste Landesbeamtin, „stehen für mehr als nur innovative Architektur oder technische Finesse. Sie verkörpern das Umdenken – hin zu ressourcenschonendem Bauen, energieeffizientem Wohnen und einem verantwortungsbewussten Umgang mit unserer Umwelt“. Der Kreis zeichne damit nicht nur besondere Gebäude aus, sondern zugleich auch „eine Vision eines nachhaltigen und zukunftsfähigen Wohnens“, sagte Leuze-Mohr.

Nachahmer sind willkommen

So sehen die extra gestalteten Hausnummernschilder der Klimahäuser im Kreis Esslingen aus. Foto: Elke Hauptmann

Die Zahl der 2024 prämierten Gebäude im Kreis Esslingen ist mit sechs nicht gerade hoch. 2021 waren es immerhin 16 Häuser, im Jahr darauf noch acht, 2023 nur fünf gewesen. Der Rückgang ist laut Leuze-Mohr darauf zurückzuführen, dass die Politik die Kriterien verschärft habe, ökologisches Bauen sei anspruchsvoller geworden. Der Wettbewerb wird dennoch weiter fortgeführt, „denn jedes Projekt trägt dazu bei, unsere Klimaschutzziele zu erreichen“.

Für den Wettbewerb Klimahaus 2025 sind noch Bewerbungen möglich. Eigentümer, Architekten und Energieberater erhalten Teilnahmeformulare und alle Infos bei der Stabsstelle Klimaschutz im Esslinger Landratsamt unter der Telefonnummer 07 11/39 02 44 324.

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