Neue Kneipe Immer Beer Herzen Aufbruchstimmung am Rande der Altstadt

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Die Theodor-Heuss-Straße war gestern. Stattdessen entwickelt sich das Areal an der Hauptstätter Straße immer mehr zum spannendsten Ausgehviertel der Stadt. Jetzt geht die Kneipe Immer Beer Herzen als legitimer Libero-Nachfolger an den Start.

Sind zwar nicht für die längste, aber für die wahrscheinlich dickste Theke der Stadt verantwortlich: Kersten Knödel, Henriette Trauer und Stefan Arzt (v.li.) Foto: Martin Stollberg
Sind zwar nicht für die längste, aber für die wahrscheinlich dickste Theke der Stadt verantwortlich: Kersten Knödel, Henriette Trauer und Stefan Arzt (v.li.) Foto: Martin Stollberg

Stuttgart - An der ewig langen und wirklich erstaunlich dicken Bar des Lokals Immer Beer Herzen an der Hauptstätter Straße 45 werden letzte Lichtdetails ­geklärt. Die Wände sind unverputzt und durch Glühbirnen in Szene gesetzt. Hinter der wohl dicksten Bar der Stadt stehen im hellen Holzregal allerlei Köstlichkeiten der Spirituosenkultur. Ein vorgemixter Negroni wartet in einem Glasbehälter auf durstige Besucher.

Ginge es nach den drei Betreibern Henriette Trauer, Stefan Arzt und Kersten Knödel, könnten in ihrer Kneipe mit dem ungewöhnlichen Namen schon längst durstige Gäste glücklich gemacht werden. Die drei warten seit Wochen auf den Segen der Stadt, zum Wochenende soll es aber nun losgehen. Der Name Immer Beer Herzen kokettiert mit der skurrilen Tatsache, dass in Südkorea Kneipen mit deutschen Namen hoch im Kurs stehen. Das Konzept des Lokals ist die Fortführung des Libero-Prinzips im Stuttgarter Süden. In der legendären Eckkneipe hatte Henriette Trauer einst gemeinsam mit Ebi Krammer das Kommando.

Einen Tischkicker wird es im Libero-Nachfolger geben

„Wir wollen ein bisschen mehr Rock­­ ’n’ Roll in dieses Viertel bringen“, erklärt Trauer. Genauso wie ihre Mitstreiter fühlt sie sich am Rande der Altstadt pudelwohl. „Es tut sich immer mehr an dieser Straße, alle hier setzen auf Qualität. Der Kiez ist gut, man spürt eine Aufbruchstimmung“, erklärt sie. Auch wenn das Immer Beer Herzen eine Art Fortführung des Libero mit anderen Mitteln ist: – zwei fundamentale Unterschiede soll es geben: „Wir zeigen keinen Fußball mehr, außer bei der EM oder WM“, so Trauer. Außerdem verfügt die neue Kneipe nicht nur über einen dicken Tresen, sondern auch über unfassbar große Abluftrohre. Wie im Libero darf also auch hier geraucht werden – mit dem Unterschied, dass man seine Klamotten nach einem Besuch künftig nicht mehr wegwerfen wird müssen. Einen Kicker gibt es auch an der Hauptstätter Straße, dazu einige spannende Biersorten und Weine aus der Region.

Noch zwei Neueröffnungen an der Stadtautobahn

Neben dem Immer Beer Herzen gibt es einen weiteren Neuzugang an der Stadtautobahn. Vor Kurzem hat die Cocktailbar Le petit coq an der Hauptstätter Straße 59 eröffnet. Hier setzt Ferro Ceylan auf Cocktailkultur. Damit fügt er sich ein in das Cocktailangebot des Quartiers. „Ich beobachte seit drei Jahren den Back-to-the-Roots-Trend in den Bars der Stadt. Viele sind inzwischen zu den Anfängen der Cocktailkultur des frühen 19. Jahrhundert zurückgekehrt“, erklärt Ferro Ceylan.

Eine ganz andere Ernährungskultur vertritt Andreas „Bär“ Läsker. Der Manager der Fantastischen Vier predigt die vegane Lebensweise. Stand jetzt wird er in den Räumen, in denen noch bis September das Ratzer Plattencafé residiert, mit einem veganen Imbiss-Geschäft einziehen. „Xond“ soll das Abenteuer heißen.

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