Wer mit Gott nicht viel anfangen kann, sich aber irgendwie trotzdem interessiert, für den bietet die Kirchengemeinde Sillenbuch nun Alphakurse an. Pfarrer Friedbert Baur erklärt, worum es geht.

In Heumaden wird vom 7. November an ein kirchlicher Alphakurs ausgerichtet. Ziel: den Glauben kennenlernen. Warum braucht es das? Wer ist die Zielgruppe? Der Sillenbucher Pfarrer Friedbert Baur hat Antworten.

Herr Baur, was ist ein Alphakurs, und an wen richtet er sich?

Alphakurse sind eine Form von Glaubenskursen. Das kommt eigentlich aus England. Eine anglikanische Gemeinde aus London hat das in den 1970er Jahren angefangen, seitdem bieten die das regelmäßig an. Heute ist dies der am weitesten verbreitete Glaubenskurs. Schon damals hat sich der Kurs bewusst an Leute gerichtet, die bisher mit dem christlichen Glauben wenig zu tun hatten, die gesagt haben: Mit Gott kann ich irgendwie nicht so, es würde mich aber mal interessieren, was die so erzählen. Auch unsere Zielgruppe sind zuerst einmal Menschen, die mit dem Glauben momentan nicht so viel anfangen können, aber trotzdem mehr erfahren wollen.

Wie stelle ich mir so einen Kurs vor?

Es beginnt montagabends am 7. November um 19 Uhr mit einem Essen. Dann wird ein Video gezeigt, eine halbe Stunde vielleicht. Danach gibt es Gespräche in Kleingruppen. Die Videos geben Impulse. Hat das Leben mehr zu bieten? Wer ist Jesus? Was kann mir Gewissheit im Glauben geben? Wie bete ich? Wie kann man die Bibel lesen? Im dritten Teil des jeweiligen Abends wird darüber gesprochen. Es geht nicht darum, Leute zu rekrutieren, sondern dass Menschen den Glauben entdecken. Wir wollen einladen zum Gespräch.

Warum müssen Menschen lernen, was Kirche und Bibel bedeuten? Ist das nicht selbsterklärend?

Offensichtlich nicht. Man hat doch eher den Eindruck, dass es wenige Leute gibt, bei denen man das Gefühl hat, das sind so richtig erfüllte Christen. Die Gott erleben, die Liebe leben und verwurzelt sind in dem, was die Bibel sagt. Das ist nicht so verbreitet, wie man denken könnte. Da ist ein großer Traditionsabbruch in unserer Gesellschaft. Viele kennen die Bibel gar nicht mehr, die wissen gar nicht mehr, was da eigentlich drinsteht oder was es bedeutet.

Was versprechen Sie sich als Gemeindepfarrer davon?

Ich wünsche mir, dass Leute zum Glauben kommen und im Glauben wachsen. Der Glaube ist nach christlicher Auffassung ein Geschenk, aber man kann sich öffnen und einen neuen Blick bekommen, und man kann Erfahrungen damit machen. Dann wächst der Glaube. Es passiert meistens nicht alleine, dass man plötzlich sagt: Peng, jetzt habe ich den Glauben! Das passiert mit anderen zusammen, im Gespräch.

Der Alphakurs ist kostenfrei, startet am 7. November um 19 Uhr und findet zwölfmal montags im Gemeindesaal der Gnadenkirche in Heumaden statt. Anmeldung bis 4. November per Mail an friedbert.baur@elkw.de. Mehr Infos auf: www.alphakurs.de