Stuttgart - Kuschelig wird die Atmosphäre an den Schulen im Winterhalbjahr höchstens sporadisch sein, falls der Wettergott mal jahreszeitenwidrige Milde in den Kalender zaubert. Einstellen müssen wir uns darauf, dass Herbst und Winter mal kühl, mal kalt, mal eisig werden und dass das wegen der Corona-Hygiene noch stärker zum Stressfaktor wird als sowieso. Überall, wo sich Menschen treffen und Zeit miteinander verbringen, müssen wir lüften, und zwar unangenehm häufig.
In den Schulen hat das Lüften besondere Bedeutung
Das trifft die Schulen besonders, weil im Unterricht weder Masken- noch Abstandspflicht gelten. Deshalb ist es nur logisch, dass die Gebote – Händewaschen und Lüften – dort besondere Bedeutung bei der Eindämmung der Infektionsgefahren haben. So unangenehm das ist: Am regelmäßigen Lüften in der Schule führt im Winter kein Weg vorbei. Wahrscheinlich hätte es die Mahnung der Vorsitzenden des Philologenverbands nicht gebraucht, um den Eltern deutlich zu machen, dass die Schüler sich am besten nach dem Zwiebelprinzip anziehen. Die meisten Eltern wissen auch so, dass ihre Kinder sich einmummeln können sollten.
Entlastung ist nicht in Aussicht. Das Stuttgarter Kultusministerium, das das Schuljahr mit einer Lüftungspflicht alle 45 Minuten eröffnet hat, legt jetzt nach. Stoßlüften alle zwanzig Minuten wird Vorschrift. Den Rest wird der Winter besorgen – vielleicht werden später im Jahr tatsächlich Decken im Klassenzimmer gebraucht. Das muss man zur Eindämmung der Pandemie hinnehmen. Was aber sofort nötig ist, ist Disziplin beim Lüften. Es wäre gut, wenn Lehrer und Schüler sich dazu gemeinsam in die Pflicht nehmen würden.
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