Neue Mitte Remseck Damit das schicke Rathaus kein Torso bleibt

Oberhalb des Rathauses, das auf diesem Foto noch im Entstehen ist, wird die Baustofffirma Krieger das Feld für den zweiten Bauabschnitt räumen. Foto: Archiv/Werner Kuhnle

Remseck beginnt mit den Vorbereitungen für den zweiten Bauabschnitt.

Remseck - Er reicht von der Ludwigsburger Straße im Norden Neckargröningens über den Neckar hinaus bis zur Fellbacher Straße in Neckarrems, umfasst damit ein Gebiet von fast 25 Hektar und stellt Remsecks Zukunft dar – der Bebauungsplan Neue Mitte, den der Remsecker Gemeinderat in der kommenden Woche auf den Weg bringen wird.

 

Aus drei Bausteinen besteht die Neue Mitte der Stadt an der Mündung der Rems in den Neckar. Der Baustein Eins ist bereits fertiggestellt und beinhaltet nicht weniger als ein neues Rathaus, eine Stadthalle und eine Bücherei. Aber ohne Baustein Zwei und Drei, heißt es bei der Stadt Remseck, bliebe der schicke Neubau nur ein Torso. Und so geht es nun an den nächsten Bauabschnitt.

„Jetzt kann es losgehen“

„Wir wollen bebauungsplantechnisch Farbe bekennen“, sagte Armin Brenner, der Leiter der Bauverwaltung im Remsecker Rathaus, bei der Vorberatung im Ausschuss für Umwelt und Technik. Nunmehr den Weg durch die Gremien anzutreten, Stellungnahmen einzuholen und Pläne zur Abstimmung zu stellen, damit wolle man auch eine Signalwirkung erreichen. Remseck macht sich auf den Weg, seine Mitte zu finden. „Jetzt kann es losgehen“, formulierte es Karl Burgmaier von den Grünen euphorisch.

Das ist klar: Bis die Neue Mitte steht, wird noch viel Wasser den Neckar hinunterfließen. Denn nach und nach will die rund 23 000 Einwohner zählende Stadt die großen Zukunftspläne verwirklichen. Zunächst wird das Gewann Hofwiesen zwischen dem Neckar und der Fellbacher Straße bebaut – von den nächsten Bausteinen der wichtigere. Einzelhandelsgeschäfte, Dienstleistungsunternehmen und Gastronomiebetriebe sollen sich dort ansiedeln, wo jetzt noch eine Baustofffirma residiert.

Oberbürgermeister Dirk Schönberger hofft, mit diesem Zentrum Geschäfte nach Remseck locken zu können, die bisher einen Bogen um die Stadt gemacht haben. In der Stadt, sagt er, gebe es nur einen einzigen Drogeriemarkt – und der liege an der Stadtgrenze in Pattonville. Durch das Geschäftszentrum sollen mehr Betriebe Interesse an Remseck finden. In den Obergeschossen sollen Wohnungen eingerichtet werden – auch solche, die Mieter mit einem kleinen Einkommen bezahlen können. Und nicht zuletzt will die Stadt Remseck in diesem Bereich das Neckarufer neu gestalten. Von einer „ökologischen Aufwertung“ ist die Rede.

Zusätzliche Wohnbebauung

Der Bauabschnitt Drei, in desen Zuge sich Neckarrems ausdehnen kann, umfasst den Bereich nördlich der Stadtbahnendhaltestelle Neckargröningen,. Es stünden, sagt die Baubürgermeisterin Birgit Priebe, nur noch wenige Flächen zur Verfügung, auf denen die Stadt intensiv Wohnungsbau betreiben könne. Das Areal biete sich dafür wegen der Nähe zur Stadtbahnhaltestelle und zum Busbahnhof geradezu an. Ein wichtiger Bestandteil der Planung für die Neue Mitte ist die Westrandbrücke und -straße, die das Areal nach Westen begrenzen.

Damit Grundstückseigentümer dem Ganzen keinen Strich durch die Rechnung machen können, wird der Gemeinderat in der kommenden Woche ein besonderes Vorkaufsrecht beschließen. Wenn ein Grundstück veräußert werden soll, muss zunächst die Stadt Remseck gefragt werden, ob sie erwerben will. „Wir hoffen“, so die Bürgermeisterin Birgit Priebe, „dass wir mit diesem Vorkaufsrecht ein bisschen mehr in der Hand haben.“

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