Neue Parkregeln in Leinfelden-Echterdingen Werden so auch die Pendler ausgesperrt?

Noch gelten die neuen Regeln nicht, doch das wird sich zum 1. März ändern. Foto: / N. Kanter
Noch gelten die neuen Regeln nicht, doch das wird sich zum 1. März ändern. Foto: / N. Kanter

Vom 1. März an ist Oberaichen (Leinfelden-Echterdingen) in neue Parkzonen unterteilt. Nicht alle sind davon begeistert. Denn Anwohner machen sich Sorgen wegen der Folgen.

Oberaichen - Noch tragen die neuen Parkschilder in Oberaichen Plastik, die auf sie gedruckten Regeln gelten noch nicht. Durch die Folie schimmert aber, was Parkplatzsuchende vom 1. März an den Straßen des Ortsteils erwartet. Er ist der Erste, in dem die Kommune ihr Parkkonzept umsetzen wird. Sinn und Zweck des Ganzen: Leute, die sich das Parkticket an Messe und Flughafen sparen wollen, aus den Wohngebieten aussperren.

Bürgermeister Carl-Gustav Kalbfell und Ordnungsamtschef Gerd Maier werden am Donnerstag, 13. Februar, die Oberaichener im Pavillon über die Änderungen informieren, die fortan im Flecken gelten werden. Also welche Straßen sich in welche Parkzone wandelt; wo Auswärtige – und damit auch Freunde und Gäste der Anwohner – fortan bis zu vier Stunden, und wo bis zu zehn Stunden parken dürfen. Kalbfell und Maier werden auch zeigen, wie die Bürger ihren künftigen Bewohnerausweis in einem Online-Portal zu Hause selbst erstellen und ausdrucken können. „Um ihnen die Scheu davor zu nehmen“, sagt Kalbfell.

Nichtsdestotrotz kann man den neuen Ausweis auch bei den Bürgerämtern in Leinfelden oder Echterdingen holen. Die bisherigen Anwohnerausweise gelten für eine gewisse Zeit weiter. „Wir wollen niemand mit den neuen Regeln überfallen“, erklärt Kalbfell.

Ärger über Zuschnitt der Parkzonen

Der vom Gemeinderat verabschiedete Zuschnitt der neuen Parkzonen hat allerdings bereits vor Monaten Aufregung ausgelöst, wie die CDU-Fraktion kürzlich in einem Gemeinderatsausschuss klarmachte. Denn wer kein Anwohner ist, darf künftig in einem vergleichsweise kleinem Gebiet rund um die Oberaichener S-Bahn-Station vier Stunden lang sein Fahrzeug abstellen. Das Gebiet umfasst einen Teil der Rohrer Straße, der Albrecht-Dürer-Straße, der Lucas-Cranach-Straße und der Wilhelmstraße. Nur wenige Meter weiter – entlang der Hans-Holbein-Straße – gilt schon eine andere Regelung: Dort können Auswärtige ihr Auto zehn Stunden lang mit Parkscheibe parken.

Harry Nennemann hat nichts gegen das neue Parkkonzept der Stadt – im Gegenteil. Er und andere Anwohner hoffen, dass Flughafenparker und Messebesucher künftig nicht mehr die Straßen vor ihrer Haustür zuparken. Sie befürchten allerdings, dass es fortan die Pendler just in ihr Wohngebiet ziehen wird, um dort morgens ihr Auto gratis abzustellen, um mit der S-Bahn weiter zur Arbeit zu gelangen, und dass die Straßen dann erst recht zugeparkt sind. Denn dort soll künftig laut Stadt die Zehn-Stunden-Regelung gelten.

Viele treibt dieses Thema um

„Diesen Verdrängungswettbewerb wird es geben“, sagt Nennemann. Zumindest dann, wenn das neue Parkkonzept im gesamten Stadtgebiet umgesetzt ist. Denn rund um die S-Bahn-Stationen in Leinfelden und Echterdingen gebe es dann – im Unterschied zu Oberaichen – sehr viele Straßen, in denen nur noch vier Stunden lang geparkt werden darf. Der Oberaichener hält die Vier-Stunden-Zone in seinem Ortsteil für zu klein. Er wünscht sich eine Ausweitung in sein Wohngebiet. Ähnlich sehen das Nachbarn und andere, mit denen er gesprochen habe. „Mich erstaunt immer wieder, wie viele Menschen dieses Thema umtreibt“, sagt er.

Nennemann ärgert sich und ist enttäuscht, denn er hat die Verwaltung schon mehrmals auf den Missstand hingewiesen. Die Argumente, die er dabei zu hören bekam, haben ihn nicht überzeugt. Ein Beispiel: Oberaichen sei weiter weg vom Flughafen und der Messe als andere Ortsteile. Er will nicht locker lassen und hat sich vorgenommen den Bürgermeister noch vor der Info-Veranstaltung in Oberaichen erneut auf das Thema anzusprechen. „Wir wollen keine Sonderregelung“, sagt er. „Wir wollen nur, dass die Regeln angepasst werden.“ Und: „Wenn Dinge absehbar sind, kann man sie doch gleich richtig regeln.“

Der Bürgermeister Kalbfell pocht derweil auf das Konzept, das der Gemeinderat beschlossen hat: „Dieses Paket will ich nicht noch einmal aufschnüren.“ Nach eineinhalb Jahren wolle man aber schauen, ob sich die Zonen bewährt haben.

Infos am 13. Februar

Am Donnerstag, 13. Februar, um 18 Uhr, informiert die Stadt über die neuen Parkregeln und Zonen. Ort ist der Pavillon an der Achalmstraße 9. Die Veranstaltung gehört zur Reihe „L.-E. im Dialog“.




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