Neue Perspektiven mit Degode Warum 2026 ein gutes Jahr für Leonberg werden kann
Tobias Degode hat große Aufgaben vor sich. Doch der junge OB kann sie lösen, meint unser Leonberger Redaktionsleiter Thomas K. Slotwinski.
Tobias Degode hat große Aufgaben vor sich. Doch der junge OB kann sie lösen, meint unser Leonberger Redaktionsleiter Thomas K. Slotwinski.
Es liegt in der Natur der Menschen, ein neues Jahr vor allem mit positiven Erwartungen zu beginnen. Das ist gut und richtig so. Negative Gedanken und Pessimismus führen nicht zum Ziel, haben im Gegenteil eher eine zerstörerische Kraft. Oftmals aber entpuppt sich die Zuversicht am Jahresbeginn als Zweckoptimismus. Viele Wünsche und Hoffnungen bleiben unerfüllt, zumeist weil sie keine realistische Grundlage hatten.
In Leonberg hingegen sind die Weichen so gestellt worden, dass das neue Jahr tatsächlich mit einem berechtigtem Maß Zuversicht angegangen werden kann. Vor einem guten Monat hat ein neuer Oberbürgermeister sein Amt angetreten, die ersten Eindrücke sind überwiegend positiv. Gewiss: Ein Start in der Adventszeit ist nicht repräsentativ für den Alltag jenseits von vorweihnachtlicher Betriebsamkeit und dem Reiz des Neuen. Doch auch bei nüchterner Betrachtung gibt es greifbare Hinweise, die einen gewissen Optimismus rechtfertigen.
Tobias Degode geht seine ebenso große wie schwierige Aufgabe mit erkennbarer Ernsthaftigkeit und erkennbaren Zielvorstellungen an. Vor allem will er eine aktive Wirtschafts-und Handelsförderung in den Mittelpunkt seiner ersten und einer möglichen weiteren Amtszeit stellen.
Mit gutem Grund: Degode weiß aus seiner alten Tätigkeit als Finanz- und Verwaltungschef im Düsseldorfer Kulturamt, dass das Geld nur einmal ausgegeben werden kann. Und um die wachsenden Aufgaben eines Mittelzentrums zu gewährleisten, braucht es starke Betriebe unterschiedlicher Art und Größe und einen erfolgreichen Einzelhandel. Neuansiedlungen, in den vergangenen Jahren weniger das Thema, nimmt der OB wieder in Angriff. Den gängigen Grundsatz, dass das Flächenpotenzial von Leonberg aufgebraucht wäre, lässt er nicht gelten.
Das sind neue Töne, die in der Tat Anlass zur Hoffnung geben. Denn Fakt ist, dass die Kommunen von Bund und Land immer mehr kostenintensive Aufgaben aufgetragen bekommen. Die ausufernden Sozialkosten sind nur eines von vielen Beispielen. Die Bürgermeister und Kämmerer in vielen Nachbarstädten können ein Lied davon singen.
Geht es zudem darum, eine Stadt stärker als Einkaufs-, Freizeit und Kulturstandort zu positionieren, wird all das ohne weitere Einnahmen nicht funktionieren. Degodes Wachstumsstrategie ist also richtig. Die aber kann nur dann aufgehen, wenn es genügend Wohnraum gibt, und zwar in unterschiedlichen Segmenten – vom sogenannten bezahlbaren bis zum hochpreisigen.
Dass in allen Bereichen Bedarf vorhanden ist, zeigt sich unter anderem im Projekt der Kreissparkasse, die am Rande der Leonberger Altstadt neben ihrer neuen Direktion zwei Komplexe mit mehr als 70 Wohnungen gebaut hat, ein Drittel davon sozial gefördert. Über mangelnde Nachfrage kann sich das kommunale Kreditinstitut nicht beklagen, auch und gerade bei den Objekten für eine zahlungskräftige Klientel.
Dann ist da ja noch das Ziel einer lebens- und liebenswerten Stadt. Die Floskel ist nicht neu, aber nach wie vor hochaktuell, zudem von einer äußerst dehnbaren Begrifflichkeit. Denn was lebens- und gar liebenswert ist, darüber gehen die Ansichten auseinander. Eine funktionierende Gesundheitsversorgung gehört in jedem Fall dazu.
Es gibt einiges zu tun für den jungen Rathauschef, der abwägen muss, welchen Einflüsterungen er Gehör schenkt. Die großen Linien einer Zukunftspolitik mögen weitgehend unumstritten sein. Interessen einzelner Gruppen und Personen gibt es dennoch zuhauf. Tobias Degode ist zuzutrauen, seinen persönlichen Kompass nach dem Interesse der gesamten Stadt auszurichten.