Neue Pläne im Südwesten Autonomes Fahren bald auch in Friedrichshafener City

Von red/dpa/lsw 

In der Innenstadt von Friedrichshafen werden schon bald autonome Fahrzeuge eingesetzt. Die bisherige Teststrecke im Norden der Stadt wird ausgeweitet. Zunächst sind aber noch Fahrer mit an Bord.

Durch die Innenstadt von Friedrichshafen sollen schon bald autonome Fahrzeuge steuern. Foto: dpa
Durch die Innenstadt von Friedrichshafen sollen schon bald autonome Fahrzeuge steuern. Foto: dpa

Friedrichshafen - Eine Teststrecke für automatisiertes Fahren mitten im Stadtverkehr in Friedrichshafen wird ausgeweitet. Voraussichtlich ab Januar 2019 sollen Testfahrzeuge auch durch Fußgängerzone und Innenstadt fahren, wie der Erste Bürgermeister Stefan Köhler am Mittwoch bekanntgab. Die Fahrzeuge haben Fahrer an Bord und sollen mithilfe von Kameras und Sensoren Daten sammeln. Aus ihnen solle das System lernen, um sich eines Tages ohne Eingreifen eines Menschen autonom zu bewegen, erklärte der Leiter der Vorentwicklung beim Autozulieferers ZF, Torsten Gollewski. Das Unternehmen wird die ersten Fahrzeuge auf die Strecke schicken.

Für das Fahren durch die Fußgängerzone erteilt die Stadt Ausnahmegenehmigungen. Zwischen 7 und 19 Uhr von Montag bis Freitag dürfen maximal zwei Autos in Schrittgeschwindigkeit den festgelegten Abschnitt befahren. Sie sehen aus wie ganz normale Pkw, sagte Gollewski. Im Laufe des Jahres sollen aber auch sogenannte People Mover getestet werden - automatisierte Kleinbusse, die bis zu 15 Fahrgäste mitnehmen können. Die Stadt erhofft sich davon Zukunftskonzepte, um Fußgängerzonen besser für den öffentlichen Nahverkehr zu erschließen.

Andere Städte ziehen mit

Im März 2018 hatte der Gemeinderat einen Abschnitt im Norden der Stadt beschlossen - auf diesem sind bereits Testfahrzeuge unterwegs. Aktuell werden dort nach Angaben der Stadt Ampelanlagen technisch so aufgerüstet, dass sie mit den Fahrzeugen kommunizieren können. Die Stadt investiert in die gesamte Teststrecke - für die noch ein Abschnitt zum Hochschul-Campus geplant ist - voraussichtlich rund 1,5 Millionen Euro. Dabei werde der größte Teil aber dafür aufgewendet, die Ampeln beim Umbau auch barrierefrei zu machen, betonte der Erste Bürgermeister. „Wir halten es für wichtig, als Stadt der Mobilität in die Zukunft zu investieren.“

In anderen Städten in Deutschland wie etwa in Berlin gibt es auch derartige Teststrecken, sagte Sarah Kluge, Projektleiterin am Institut für Weiterbildung, Wissens- und Technologietransfer (IWT). Das Institut ist zusammen mit ZF und der Stadt Friedrichshafen an der Planung beteiligt. „Jetzt geht es um das Thema der Akzeptanz“, sagte Kluge - die Bürger sollen automatisierten Transport kennenlernen. Auch andere Unternehmen könnten die Strecke in Zukunft für Tests nutzen.

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