Der Spielplatz mit Motiven aus prähistorischer Zeit in der Schelmenäcker-Siedlung wird bestens angenommen. Am Quartiersplatz wird noch gebaut. Im Herbst soll die Eröffnung sein.

Lokales: Armin Friedl (dl)

Wie waren wohl die Lebensumstände vor gut 10.000 Jahren in der Gegend vom heutigen Leinfelden? Für Historiker beginnt da die Phase der Jungsteinzeit, also jene Epoche, in der die Menschen begonnen haben, sesshaft zu werden. Und als vor einigen Jahren mit dem Bau der Schelmenäcker-Siedlung in Leinfelden begonnen wurde, hat man genau aus dieser frühen Zeit Etliches entdeckt.

 
So soll der Quartiersplatz aussehen, wenn er im Herbst eröffnet wird. Foto: Schieferdecker

Die Stimmung war bei der Stadt und den Investoren nach dem Entdecken dieser prähistorischen Funde bestenfalls mittelprächtig, befürchteten sie doch Kostensteigerungen und Bauverzögerungen. Zusätzliche Kosten hat die Stadt deshalb in der Tat stemmen müssen zwecks Konservierung der Funde, aber das ist inzwischen Vergangenheit. Die Stadt hat einen wahrhaft spielerischen Umgang damit entwickelt: Nicht allzu weit weg vom Fundort hat sie einen Spielplatz errichtet für die komplette neue Schelmenäcker-Siedlung. Was dabei auffällt: Die Gerätschaften darauf laden wie auf vielen anderen Spielplätzen auch zum Klettern, Sandeln und Toben ein, aber sie setzen sich darüberhinaus ganz ausführlich mit dem Thema Steinzeit oder prähistorische Zeit auseinander.

Urviech und Pfahlbau

Ist das ein Mammut oder ein Dinosaurier, der da mächtig über diesen Platz wacht? Frank und Timo wollen sich da nicht so wirklich festlegen. Und eigentlich ist das ja auch gar nicht so wichtig. Die große hölzerne Tiergestalt fordert die Kleinen zum Rumbuddeln auf, sie fühlen sich wohl bei dem Riesen. Simone und Nilgün lockt eher das Pfahlhaus. So finden da eben alle allmählich zu ihren Lieblingsplätzen. Und wer schon lesen kann, kann sich über einige Steintafeln freuen, auf denen die zeitgeschichtliche Dimension von einst bis heute kurz erläutert wird.

Im Herbst sollen die Plätze eröffnet werden

Dieser Spielplatz wird jetzt schon hervorragend angenommen, dabei ist er zumindest offiziell noch gar nicht eingeweiht. Das soll im Herbst erfolgen. Doch wer will schon so lange auf einen abgesperrten und ungenutzten Spielplatz schauen? Vor allem, wenn es da so interessante Spieldinge gibt?

Mit der Eröffnung dauert es auch deshalb noch etwas, weil das Areal noch gar nicht fertiggestellt ist. Der Quartiersplatz fehlt noch, an dem wird derzeit kräftig gebaut. Das wird ein vielfältig nutzbarer Platz. Einerseits bietet er Freiraum für Märkte, für Veranstaltungen, für Feste wie dem Krautfest und zugleich soll darauf Gastronomie möglich sein. Diese steinerne Fläche wird umrandet von bepflanzten Inseln mit verschiedenen Sitz- und Liegemöglichkeiten im Schatten von Bäumen. Das Planungsbüro Schieferdecker hat sich da unter anderem für Spitzahorn entschieden neben anderen heimischen und klimaresistenten Baumarten. „Im Herbst wird der Platz durch die auffallend rote Färbung der Laubgehölze akzentuiert“, verspricht das Planungsbüro. Zum Quartiersplatz gehört auch ein Fontänenfeld, also frisches Wasser, das aus dem Boden sprudelt und so zum Spielen einlädt. Und einen Trinkwasserbrunnen gibt es auch noch dazu.

Zwischen Wohnungen und Gleisanlage

Ob dies wie vom Planungsbüro erhofft ein „attraktiver, ruhiger Ort für Aufenthalt, Begegnung und Kommunikation“ wird, entscheiden letztlich die Bewohner und die Nutzer. Sowohl der Spiel- wie der Quartiersplatz befinden sich in einem spannungsreichen Umfeld. Da sind auf der einen Seite sehr nah dran einige der sieben neue Gebäude der Schelmenäckersiedlung, deren Bewohner auch Ruhepausen erwarten. Und da ist auf der anderen Seite nicht weit weg die viergleisige Anlage für Bundesbahnzüge und für die Stadtbahn, die nicht gerade auf leisen Sohlen vorbeirauschen. Und dann gibt es dazwischen noch als Referenz an frühere Zeiten, als auf den Fildern die Landwirtschaft die Haupterwerbsquelle war, einige alte Streuobstbäume. Die haben auch noch eine gute Unterbringung in diesem Schelmenäcker-Ensemble verdient. Auf Planungsdeutsch heißt das: „Diese Freianlage ist ein verbindendes neues Element zwischen neuer Haltestelle der U 5, den Pausengärten mit Anbindung an das Gewerbegebiet über den Heiligenäckerweg, der Kita und Zuwegung zum Areal“.