Die Reform des Postgesetzes ist kurz vor dem Abschluss. Nachdem der Bundestag der Novelle zugestimmt hat, fehlt nur noch das grüne Licht des Bundesrats. Die Postkunden müssen sich künftig in Geduld üben und auf ihre Briefe länger warten.

Wochenend-Magazin: Markus Brauer (mb)

Deutschlands Verbraucher müssen sich darauf einstellen, ab kommenden Jahr länger auf Briefe warten zu müssen. Der Bundestag nahm am Donnerstag (13. Juni) mit den Stimmen der Ampel-Koalition einen Reformvorschlag für das veraltete Postgesetz an. Nur noch die Zustimmung des Bundesrats steht aus, die soll im Juli eingeholt werden, dann wäre die Reform abgeschlossen.

 

Wann werden die Briefe ab 2024 zugestellt?

Künftig soll die Deutsche Post weniger Zeitdruck haben: Bisher muss sie 80 Prozent der heute eingeworfenen Briefe am nächsten Werktag zustellen und 95 Prozent am zweiten. In der Reform soll die 80-Prozent-Vorgabe gestrichen und die 95-Prozent-Vorgabe auf den dritten Werktag geschoben werden. Dadurch kann die Post Kosten senken und auf Flugzeuge zum Brieftransport verzichten.

Warum werden neue Post-Regeln eingeführt?

Die neuen Regeln tragen der Tatsache Rechnung, dass Briefe in der Alltagskommunikation kaum noch eine Rolle spielen. Stattdessen nutzen die meisten Bürger Chats und Mails. Die letzte große Reform des Postgesetzes wurde 1997 beschlossen.

Wird auch das Briefporto erhöht?

Ja. Das Gesetz gibt den Rahmen für die Portoerhöhung, die zum Januar 2025 kommen soll. Wie stark das Briefporto anziehen darf, ist unklar. Das ermittelt die Bundesnetzagentur in einem separaten Berechnungsverfahren. Der Inlandsversand eines Standardbriefs, der aktuell 85 Cent kostet, soll auf maximal ein Euro steigen.