Die Junge Union im Kreis Böblingen kritisiert die Kosten für die neue Radschnellwegbrücke an der Panzerstraße zwischen Böblingen und Schönaich.
Die Junge Union (JU) im Kreis Böblingen kritisiert die Baukosten der neu eröffneten Radschnellwegbrücke über die Panzerstraße in Böblingen.
Der Kreisvorsitzende Leon Kolb spricht laut JU-Pressemitteilung von einer „völlig aus dem Ruder gelaufenen Prioritätensetzung“ und fordert eine Debatte über den effizienten Einsatz öffentlicher Mittel.
Die Frage nach dem Sinn
„Die Verkehrssicherheit von Radfahrern ist zweifellos wichtig und wir freuen uns über die hohen Nutzerzahlen auf dem Radschnellweg von Böblingen nach Stuttgart“, betont Kolb, „wenn jedoch eine einzelne Radbrücke 5,8 Millionen Euro kostet, muss die Frage erlaubt sein, ob dieses Geld nicht an anderer Stelle deutlich sinnvoller in die Mobilität im Landkreis investiert worden wäre.“
Neben den reinen Baukosten sieht die Junge Union ein strukturelles Problem in den ausufernden Planungs- und Genehmigungsverfahren. „Es ist kein Geheimnis, dass öffentliche Bauprojekte in Deutschland durch eine kaum noch zu durchdringende Bürokratie, zahllose Vorschriften und langwierige Abstimmungsprozesse massiv verteuert werden“, erklärt Kolb.
Zwar werde ein großer Teil der Kosten aus Landesmitteln finanziert, doch auch diese Gelder komme letztlich aus öffentlichen Kassen. Die Junge Union fordere daher „mehr Mut zu einfachen, funktionalen Lösungen und ein grundsätzliches Überdenken der regulatorischen Rahmenbedingungen.“
Das meiste Geld gab das Land
Am 22. Juli wurde die Radschnellwegbrücke in Böblingen eingeweiht. Sie führt den Radschnellweg von Stuttgart nach Böblingen über die Panzerstraße. Bauherr der Brücke ist der Landkreis Böblingen. Die Baukosten belaufen sich auf rund 5,8 Millionen Euro. Mit 3,8 Millionen Euro übernimmt einen Löwenanteil das Land Baden-Württemberg, der Bund weitere 770 000 Euro, wozu weitere 500 000 Euro Planungszuschuss kommen. Somit entfallen auf die Kreiskasse nur rund 800 000 Euro.
Die erste Machbarkeitsstudie gab es 2019 für eine Querungshilfe, die konkreten Planungen begannen im Frühjahr 2021.