Neue Rolltreppen in Stuttgart-Vaihingen Acht neue Rolltreppen an der S-Bahn

An der Haltestelle „Universität“ wird voraussichtlich bis zum 22. Dezember gebaut. Bis dahin müssen die Fahrgäste die Treppen benutzen. Foto: Jacqueline Fritsch
An der Haltestelle „Universität“ wird voraussichtlich bis zum 22. Dezember gebaut. Bis dahin müssen die Fahrgäste die Treppen benutzen. Foto: Jacqueline Fritsch

An der Haltestelle Universität werden bis zum 22. Dezember die Rolltreppen erneuert. Die erste neue Fahrtreppe am Ausgang in Richtung der Wohngebiete Schranne und Endelbang läuft bereits.

Vaihingen - Der Alarm ist laut und schrill. Die Anzeige blinkt, die Rolltreppe bleibt abrupt stehen. Der Nothalt der neuen Fahrtreppe an der S-Bahn-Station „Universität“ funktioniert bereits. Acht Rolltreppen gibt es an der Haltestelle. Diese werden seit Mitte September erneuert. Das Projekt kostet laut Werner Graf, einem Sprecher der Deutschen Bahn, rund 2,5 Millionen Euro.

In einem ersten Schritt wurden die alten Fahrtreppen ausgebaut. Dafür mussten diese in vier Abschnitte geteilt und herausgehoben werden. Die neuen Treppen wurden dann auch vierteilig wieder angeliefert und eingebaut. Der beauftragte Planer Manfred Häcker erklärt, dass man dafür die Decke der Bahnstation öffnen und die Hängepunkte für die Seilzüge freilegen musste. Insgesamt wiege eine Rolltreppe etwa elf Tonnen und koste je nach Größe zwischen 200 000 und 300 000 Euro.

Rolltreppen und Aufzüge funktionieren in 90 Prozent der Fälle

Nikolaus Hebding, Leiter des Bahnhofsmanagements Stuttgart, schätzt, dass die neuen Fahrtreppen etwa zehn bis 15 Jahre voll funktionsfähig wären. Dabei sei zu beachten, dass die Treppen an dieser Haltestelle eine höhere Belastung hätten als beispielsweise Rolltreppen in Kaufhäusern. „Hier kommen die Studenten aus der Bahn und laufen die Fahrtreppe hoch. Da bewegen sich mal schnell elf Tonnen, das tut nicht gut“, sagt Hebding. An dieser Haltestelle gebe es im Allgemeinen mehr Schwierigkeiten als anderswo. Beispielsweise werde der Nothalt dort im Schnitt öfter gebraucht als an anderen Fahrtreppen. „Das nimmt die Verfügbarkeit“, erklärt Hebding.

Viele Menschen würden sich beschweren, dass ständig Rolltreppen und Aufzüge nicht funktionierten. „Wir haben insgesamt eine Verfügbarkeit von 90 Prozent“, sagt der Bahnhofsmanager. Das heißt, in 90 Prozent der Fälle sind die Fahrtreppen und Aufzüge an den Bahnhaltestellen in Betrieb. Hebding möchte sogar eine Verfügbarkeit von 97 Prozent erreichen.

Durch häufiges Betätigen des Nothalts sei dieses Ziel jedoch schwer zu erreichen. „Wenn dauernd der Nothalt ausgelöst wird, steht die Anlage eben“, sagt Hebding. Nach dem Nothalt würde die Treppe zwar nach zehn bis 15 Sekunden wieder anlaufen, jedoch nicht, wenn in dieser Zeit Menschen durch die Lichtschranke gehen. „Dann muss ein Techniker kommen und einen Reset machen“, sagt Hebding.

Verfügbarkeit der Fahrtreppen ist in einer App einzusehen

Manfred Häcker erklärt, dass die Anlage auch oft zum Stehen komme, wenn sich Studenten einen Scherz erlauben und beispielsweise Whiskyflaschen auf der Rolltreppe zerschlagen. „Whiskyflaschen haben einen dicken Boden, die Scherben laufen dann bis nach oben mit und verfangen sich dann in dieser Spalte. Die Anlage meldet einen Fehler und bleibt stehen“, erklärt der externe Leiter. Deshalb hätten die Menschen das Gefühl, dass die Anlagen ständig außer Betrieb seien.

Die Deutsche Bahn versuche deshalb laut Hebding den Zeitraum der Fehlerbehebung zu minimieren. Dazu wolle sie Kooperationen mit Technikern vor Ort eingehen und nicht mehr ihr eigenes Personal vom Hauptbahnhof schicken. Der Bahnhofsmanager betont außerdem, dass die Daten zur Verfügbarkeit der Rolltreppen und Aufzüge von der Deutschen Bahn offengelegt werden. So können sich Reisende beispielsweise in einer App anzeigen lassen, welcher Aufzug gerade nicht in Betrieb ist. „Für Mobilitätseingeschränkte ist das wichtig. Wenn der Aufzug nicht funktioniert, können sie das einplanen und gegebenenfalls an einer anderen Station aussteigen“, erklärt Hebding.

Erste Rolltreppe läuft bereits

Die neuen Rolltreppen an der Haltestelle „Universität“ laufen im Energiesparmodus ganz langsam. „Das sind schwäbische Rolltreppen, die machen nur was, wenn sie müssen“, sagt Sprecher Werner Graf amüsiert. Die Fahrtreppen bleiben dabei nicht komplett stehen, da „die Leute sonst denken, dass sie aus sind“, sagt Hebding. Bevor die neuen Anlagen aber in Betrieb genommen werden können, müssen sie geprüft werden. Neben einem internen Prüfprozess muss noch ein externer Sachverständiger sein Okay geben. Am Ausgang in Richtung der Wohngebiete Schranne und Endelbang läuft bereits die erste neue Rolltreppe. Die Bauarbeiten werden voraussichtlich bis zum 22. Dezember andauern.




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