Flughafen Stuttgart Ryanair-Chef: Wir achten auf die Umwelt

Von Konstantin Schwarz 

Michael O’Leary kontert die Kritik des Verkehrsministers. Lauda-Air nennt neue Ziele für den Winterflugplan.

Michael O’Leary wirft Verkehrsminister Winfried Hermann vor, dieser sei „nicht gut gebrieft“. Foto: dpa/Thomas Frey
Michael O’Leary wirft Verkehrsminister Winfried Hermann vor, dieser sei „nicht gut gebrieft“. Foto: dpa/Thomas Frey

Stuttgart - Die von der irischen Billigfluggesellschaft Ryanair im Dezember 2018 komplett übernommene Airline Lauda wird ihr Angebot am Stuttgarter Flughafen weiter ausbauen. Zum Winterflugplan sollen sechs neue Ziele aufgenommen werden. Angeflogen werden dann auch Teneriffa, Las Palmas, Lanzarote und Fuerteventura sowie Marrakesch und Kiew. Bereits von Juli an soll öfter nach Wien gestartet werden, ab Ende Oktober solle es nach Wien bis zu zwölf wöchentliche Abflüge geben. „Die Zeichen stehen auf Wachstum“, sagte Lauda-Geschäftsführer Andreas Gruber am Donnerstag in Stuttgart.

Allerdings gibt es bei Lauda auch erste Korrekturen. Das Ziel Verona wird bereits zum 24. Juni gestrichen. Umbuchungen nach Mailand-Bergamo oder die Rückerstattung seien möglich. Und die Doppelbelegung von Strecken entfällt – Marokko wechselt daher von Ryanair zu Lauda.

Im ersten Jahr 1,3 Millionen Passagiere

Seit der Betriebsaufnahme von Lauda im März 2018 in Stuttgart zähle man mehr als 23 000 Flüge, im ersten Jahr erwarte man 1,3 Millionen Passagiere, die günstigstenfalls ab 9,99 Euro (Wien, einfache Strecke) fliegen können. Die Billigpreise und das starke Wachstum des Flugverkehrs am Landesairport waren zuletzt in die Kritik geraten, auch bei Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne), der die Billigtickets als „völlig falsches Signal“ bewertete, denn damit werde der Eindruck erweckt, dass der Flugverkehr nichts für die Umwelt bedeute.

Ryanair-Chef Michael O’Leary trat dem am Donnerstag entgegen. Man respektiere Hermanns Sicht, sie sei aber falsch, der Minister „nicht gut gebrieft“. Lauda emittiere laut O’Leary weniger Kohlendioxid als die Mitbewerber Lufthansa oder Germanwings und (laut Gruber) 25 Prozent weniger als die vier größten Europäischen Airlines. Man fliege direkt, habe eine Sitzauslastung von 93 Prozent und biete schon bei der Buchung die Zahlung für den Klimaausgleich an. „Das Geschäft hier wächst auf eine freundliche Art, wir haben den kleinsten ökologischen Fußabdruck“, sagte O’Leary, und regte ein direktes Gespräch mit Hermann an.

Neue Entgeltordnung am 1. Juli

Die Botschaft wird dem Minister zunächst Flughafen-Chefin Arina Freitag überbringen. Bei der Frage, mit welchen Nachlässen der Airport Lauda bediene, hielt sie sich bedeckt, die neue Entgeltordnung werde am 1. Juli öffentlich. „Sie macht einen guten Job, sie hält die Kosten hoch“, vergab O’Leary ein Kompliment an Freitag. Ansonsten, so O’Leary, sei es für die Kunden wichtig, eine Alternative zur Lufthansa zu haben.

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