Neue Saison mit Gastspielreihe im Forum Ludwigsburg zeigt, wie die Welt tanzt
Von Lille bis Seoul: Wer ohne weite Anreise in der Tanzwelt herumkommen möchte, sollte einen Blick auf die neue Saison im Forum in Ludwigsburg werfen.
Von Lille bis Seoul: Wer ohne weite Anreise in der Tanzwelt herumkommen möchte, sollte einen Blick auf die neue Saison im Forum in Ludwigsburg werfen.
Eine Carmen aus Tunis, Drachen aus Seoul, fliegende Körper aus Lille: Die Tanz-Gastspiele, die Programmmacher Lucas Reuter in der nächsten Saison nach Ludwigsburg ins Forum am Schlosspark holt, reihen sich auf zu einer kleinen Tanz-Weltreise. Nicht nur geografisch kommt das Tanz-Forum ganz schön herum. Auch die Vielfalt der Bewegungssprachen ist vom Cirque Nouveau bis zu neoklassischem Ballett überraschend bunt.
Risikofreudig ist das Tanzprogramm zudem: Es zeigt gleich drei neue Produktionen, die bei der Saisonplanung noch nicht einmal Premiere hatten. Zur Eröffnung am 12. Oktober etwa ist das Ballett des Gärtnerplatz-Theaters aus München mit seiner jüngsten Produktion zu Gast, mit „Troja“ von Andonis Foniadakis. Uraufgeführt wurde das Tanzstück, das kriegerische Zerstörungswut und ihre Folgen thematisiert, erst Ende Juni.
Ebenso neu ist Wayne McGregors Produktion für seine eigene Kompanie. In „Deepstaria“ blickt der Tanzvisionär aus London in die Tiefen des Meeres, wo die titelgebende Riesenqualle lebt. Ihr Name löst für den Starchoreografen ein Feld der Assoziationen aus, das er in einem zweiteiligen Tanzstück erkundet. Zu sehen ist „Deepstaria“ am 24. und 25. Mai 2025 in Ludwigsburg.
Erst im August kommen die „Notte Morricone“ des Aterballetto heraus. Verantwortlich für die Hommage an den italienischen Filmkomponisten ist kein Geringerer als der angesagte spanische Choreograf Marcos Morau; er macht am 21. und 22. Dezember die Bühne im Forum zu einem Ort, der zwischen Kinosaal und Aufnahmestudio pendelt.
Überhaupt lockt die neue Tanzsaison des Forums mit einer Fülle bekannter Namen und lädt dabei auch zu Entdeckungen ein: Zum ersten Mal etwa ist das Tschechische Nationalballett aus Prag zu Gast. Seinen Direktor, den ehemaligen Stuttgarter Solisten Filip Barankiewicz, kennt man allerdings ebenso gut wie die Choreografen, auf die er für das Gastspiel in seiner alten Heimat setzt: Am 3. und 4. Mai gibt es aber nicht nur Tanz von Marco Goecke und Hans van Manen; zu entdecken ist zudem der polnische Choreograf Krzysztof Pastor.
Ein Wiedersehen mit zwei Werken von Uwe Scholz ermöglicht das Gastspiel des Leipziger Balletts am 15. und 16. Februar. Neben der Entdeckung der zu Musik von Robert Schumann choreografierten „Zweiten Sinfonie“ gibt es Antwort auf die Frage, wie das für Stuttgart entstandene Beethoven-Ballett „Siebte Sinfonie“ an einer anderen Kompanie aussieht.
Auch Stammgäste sind in Ludwigsburg zu begrüßen: Das Ballet Preljocaj wirft am 18. und 19. Januar in „Mythologies“ einen Blick auf archetypische Erzählungen. Die Junioren des Nederlands Dans Theaters bringen am 1. und 2. Februar ein neues Stück von Nadav Zelner sowie Marcos Moraus „Folka“ mit.
Wer Lust auf neue Perspektiven hat, findet die möglicherweise bei „Dragons“, dem Drachen-Fest der koreanischen Choreografin Eun-Me Ahn (9./10. November) oder bei der nordafrikanischen „Carmen“ von Abou Lagraa, einem französischen Choreografen mit algerischen und ägyptischen Wurzeln. Gänsehautmomente garantiert die Compagnie XY aus Lille, die am 10. und 11. Januar in „Möbius“ quasi am laufenden Band den Thrill von Luftakrobatik auf die Anmut des Tanzes katapultiert. Nach einem sicheren Zufluchtsort sehnt sich dagegen die israelische Choreografin Noa Wertheim in ihrem neuen Stück „Makom“, das ihre Vertigo Dance Company am 22. und 23. März nach Ludwigsburg bringt.
Programm
Auskunft zu Abos, Terminen, Tickets und Details zu den einzelnen Produktionen gibt es unter www.forum-ludwigsburg.de