Neue Sporthalle in Stuttgart Plieningen will Doppelstockhalle im Wolfer
Die Bezirksbeiräte plädieren für eine getrennte Sport- und Versammlungshalle nach dem Vorbild von Münster und erteilen dem Standortvorschlag der Stadt eine Absage.
Die Bezirksbeiräte plädieren für eine getrennte Sport- und Versammlungshalle nach dem Vorbild von Münster und erteilen dem Standortvorschlag der Stadt eine Absage.
Nach der überraschenden Ankündigung der Stadtverwaltung, dass die in Plieningen geplante neue Halle im Wolfer keine Mehrzweckhalle, sondern ausschließlich eine Sporthalle werden soll, hat der Bezirksbeirat nun eindeutig Stellung bezogen. Parteiübergreifend plädierte das Gremium dafür, dass in diesem Fall zusätzlich zur Sporthalle eine Versammlungshalle entsteht. Vorbild soll das Kultur- und Sportzentrum in Stuttgart-Münster sein.
Nach dem Willen der Lokalpolitiker von Plieningen und Birkach soll die Stadt das geplante Gebäude wie in Münster als doppelstöckiges Bauwerk konzipieren: unten Sporthalle, oben Versammlungssaal. Hintergrund: Die Stadtverwaltung hatte im Juli aufgrund des hohen Fehlbedarfs an Übungseinheiten bei den Sportvereinen in den beiden Bezirken betont, dass eine künftige Mehrzweckhalle allein durch den Sport ausgelastet wäre. Aus diesem Grund sei eine Halle, die auch für Kulturveranstaltungen oder Versammlungen geeignet wäre, nicht sinnvoll.
Das Doppelgremium bestätigte diese Einschätzung, betonte aber zugleich in seiner jüngsten Sitzung, dass in Plieningen und Birkach ein hoher Bedarf sowohl beim Sport als auch für sonstige kulturelle Veranstaltungen bestehe. Die Bezirksbeiräte schlugen deshalb nun alternativ den zusätzlichen Versammlungssaal für bis zu 300 Personen auf dem Dach der geplanten Sporthalle vor. Nicht thematisiert wurde, ob für eine solche Doppelstockhalle die bisher für das Projekt bereitgestellten 16,9 Millionen Euro ausreichen würden.
Auch den im Sommer von der Stadt vorgeschlagenen Standort auf dem Kunstrasenplatz direkt an der Straße im Wolfer lehnte der Bezirksbeirat ab und verwies auf eine ältere Machbarkeitsstudie. Darin war der Standort direkt neben der bisherigen Sporthalle, gegenüber dem Hallenbad, vorgesehen gewesen. „Auch die angedachte Verbindung zur bestehenden Sporthalle soll realisiert werden“, hieß es hierzu im entsprechenden interfraktionellen Antrag des Bezirksbeirats Plieningen.
Die Stadt hatte das Kunstrasenfeld als Standort ins Spiel gebracht, weil das Erdreich unter den Fußballfeldern der Sportanlage für Geothermie erschlossen werden soll und deshalb das Kunstrasenfeld ohnehin aufgegraben werden muss. Zudem, so argumentierte die Stadt, wäre dieser Standort direkt an der Straße für eine Halle inklusive Tiefgarage verkehrstechnisch günstig.
Bis Plieningen und Birkach die neue Halle zur Verfügung steht, wird es jedoch noch Jahre dauern. Allein für das notwendig werdenden Bebauungsplanverfahren veranschlagte die Verwaltung zuletzt rund drei Jahre. Die Bauzeit der Halle wurde mit weiteren zwei bis drei Jahren beziffert.