Neue Stadtbibliothek Eröffnung mit unerwünschten Türstehern

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Bei der Einweihung der Stadtbibliothek wurde über Städtebau, Buchkultur und Philosophie gesprochen - unvermutet auch über Brandschutz.

 Foto: Achim Zweygarth 87 Bilder
Foto: Achim Zweygarth

Stuttgart - Platsch, da ist es schon wieder passiert. Erneut hat ein Besucher einen Moment zu lange nur das blaue Licht gemustert, das von der Decke herab in den Raum fiel – unter großem Hallo und Gelächter der umstehenden Gäste mussten am Freitagabend etliche Besucher bei der Einweihungsfeier der neuen Stuttgarter Stadtbibliothek ein Missgeschick verkraften: Sie waren mitten im Neubau vermeintlich in eine Pfütze gelaufen. Nur dass es sich bei der Wasserlache in der Mitte des Herzraums der Bibliothek eigentlich um eine „Quelle des Wissens“ handelt. Das sprudelnde Becken ist das bauliche Überbleibsel eines weitaus größeren Wasserbassins, das ursprünglich die Bibliothek umrahmen sollte.

Manchmal kommt es eben anders als gedacht. Die Pfützengeschichte blieb am Freitagabend nicht die einzige Überraschung an einem Abend, an dem sich 400 geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft und dem Kulturleben erstmals in Stuttgarts neuem Büchertempel im Europaviertel umsahen. Es war eine Eröffnungsfeier, der eine Geduldprobe vorausgegangen war: drei Jahre Wartezeit, fünf Jahre Planungszeit und drei Jahre Bauzeit.

Doch bevor der Sekt gereicht wurde, mischte sich ein Wermutstropfen in die Feierlaune: Bei der Bauabnahme hatte sich am Donnerstag herausgestellt, dass es Probleme mit den Brandschutztüren gibt – genauer gesagt mit deren Software. Im Falle eines Stromausfalls würde deren Öffnungs- und Schließmechanismus erst nach 20 bis 30 Sekunden funktionieren, sagte Kulturbürgermeisterin Susanne Eisenmann (CDU) auf Anfrage der StZ.

Da es beim Brandschutz scharfe Auflagen des Baurechtsamts gibt, musste die Stadt reagieren. Sie engagierte 26 Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma, die sich am Freitagabend an den Brandschutztüren postierten, um im Falle eines Feuers die Türen von Hand öffnen und schließen zu können. Dieses Personal solle auch am Wochenende eingesetzt werden, sagte Susanne Eisenmann – die Bibliothek ist am Wochenende erstmals für jedermann geöffnet.

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