Neue Street View-Bilder Stuttgart früher und heute – eine Google-Zeitreise

Auf Google Street View sind jetzt neue Aufnahmen aus Stuttgart zu sehen. Wir stellen alte und neue Aufnahmen gegenüber. Foto: Google/JuxtaposeJS

Wer regelmäßig Google Street View nutzt, durchlebte nicht nur in Stuttgart immer wieder eine Zeitreise. Damit ist jetzt Schluss. Das Technologieunternehmen hat neue Bilder aus dem Kessel veröffentlicht. Wie hat sich die Stadt verändert?

Die Stuttgart-Zeitreise mit Google Street View ist Geschichte! Nach stolzen 13 Jahren hat das Technologieunternehmen in seinem Kartendienst die Panoramabilder der 20 größten deutschen Städte aktualisiert. Wer also virtuell durch Stuttgart, München oder Berlin laufen will, sieht jetzt wirklich, wie es dort aussieht.

 

Na ja, fast: Die am Dienstag veröffentlichten Bilder wurden 2022 aufgenommen. Aktueller als zuvor sind sie aber allemal. Die abgelösten Aufnahmen, die Google 2010 veröffentlicht hatte, stammten aus dem Jahr 2008.

Starker Gegenwind bei erster Einführung

Aber warum dauerte die Aktualisierung so lange? Bei der Einführung von Street View in Deutschland im Jahr 2010 war der Dienst auf zum Teil starken Widerstand in der Politik, bei Hauseigentümern und bei Datenschützern gestoßen. Fast eine Viertelmillion Menschen legten damals Widerspruch ein und zwangen Google, die Abbildung ihrer Häuser zu verpixeln, was die Qualität des Dienstes insgesamt beeinträchtigte. 2011 kündigte der Konzern daraufhin an, keine weiteren Kamerafahrten mehr zu unternehmen. Mehr als zehn Jahre später ging der Neustart dagegen völlig geräuschlos über die Bühne.

Während Google seit Juni erneut mit Fahrzeugen in Deutschland unterwegs ist, um weitere Regionen zu Street View hinzufügen zu können, die bislang nicht betrachtet werden konnten, stehen für Stuttgart bereits aktualisierte Aufnahmen online.

Aber wie hat sich Stuttgart zwischen 2008 und 2022 verändert? Wir haben in unserem Archiv gekramt und einige Google Street View-Aufnahmen aus diesen Jahren gegenüber gestellt – links Bilder von 2008, rechts von 2022.

Stuttgart: 2008 und 2022

Bis zur Aktualisierung gab es noch den Stuttgarter Hauptbahnhof zu sehen, wie er vor den S21-Bauarbeiten ausgesehen hat:

Wo Autofahrer von der Heilbronner Straße früher nur eine brache Ebene und Rohbauten sehen konnten, steht heute das Milaneo:

Fährt man im Europaviertel etwa weiter stadtauswärts, hat sich auch einiges getan:

Am Marienplatz ist ebenfalls das ein oder andere neue Gebäude dazugekommen:

Die Württembergischen Landesbibliothek hat einen Erweiterungsbau bekommen:

Dass es sich hier in der Lauterschlagerstraße um den gleichen Blickwinkel handelt, lässt sich nur erahnen:

Das Milaneo ist nicht das einzige „neue“ Einkaufszentrum. Auch das Gerber stand 2008 noch nicht:

2015 hat der Abriss des alten Olgäle begonnen, auf Google Street View lebte die Kinderklinik aber noch lange weiter:

Am Porsche Museum hat sich in entgegengesetzte Richtung etwas getan. 2009 hat es eröffnet, auf Google Street View war es auch ein Jahrzehnt später noch eine Baustelle:

Übrigens: Auto-Kennzeichen und die Gesichter von Passanten werden automatisch verpixelt. Wenn Mieter oder Eigentümer wollen, dass ihr Haus unkenntlich gemacht wird, müssen sie einen Antrag stellen. Die alten von 2011 gelten nicht mehr. Der Widerspruch kann per Mail, per Formular oder per Post erfolgen. Bislang haben nur wenige Menschen in Deutschland sich gegen eine Veröffentlichung der Panorama-Bilder ausgesprochen.

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