Neue Studie zu Borna-Virus Borna-Virus-Erkrankten kommen aus ländlichem Gebiet

Einziger bekannter Wirt des Borna-Erregers  ist die Feldspitzmaus, bei der die Virus-Infektion keine Symptome verursacht. Foto: Wikipedia commons/Werner Korschinsky/CC BY-SA 3.0 10 Bilder
Einziger bekannter Wirt des Borna-Erregers ist die Feldspitzmaus, bei der die Virus-Infektion keine Symptome verursacht. Foto: Wikipedia commons/Werner Korschinsky/CC BY-SA 3.0

Das Borna-Virus kann bei gesunden Menschen eine tödliche Gehirnentzündung auslösen. Lange war die Bornasche Krankheit nur von Nutztieren bekannt. Doch Nachweise seit 2018 bestätigen: Auch beim Menschen sorgt das Virus in Deutschland für Todesfälle. In diesem Jahr sind weitere dazu gekommen.

Leben: Markus Brauer (mb)

Regensburg - Eine neue Studie über das sogenannte klassische Borna-Virus legt nahe, dass in erster Linie Menschen aus sehr ländlichen Regionen an der seltenen Infektion erkranken. Das geht aus einer am Dienstag vorgestellten Studie des Robert Koch-Institutes (RKI) hervor.

Die Ärztin und Epidemiologin Kirsten Pörtner hat dafür die Angehörigen von acht an dem Virus gestorbenen Patienten befragt. Das Ergebnis: Alle wohnten auf dem Land, sieben von acht hatten eine Katze.

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Feldspitzmaus dient Virus als Wirt

Einziger bekannter Reservoirwirt des Erregers ist die Feldspitzmaus (Crocidura leucodon), bei der die Infektion keine Symptome verursacht. Die Spitzmäuse scheiden das Virus in Urin, Kot und Speichel aus – darüber können sich dann andere Säugetiere und in seltenen Fällen auch der Mensch anstecken.

„Möglicherweise bringen Katzen durch ihr Jagdverhalten ihre Besitzer mit Spitzmäusen und dem Virus in Kontakt – die Katzen selbst waren unauffällig“, erklärt Pörtner.

Borna-Viren lösen eine Hirnentzündung aus, die in nahezu allen Fällen tödlich endet. Pro Jahr werden im Schnitt zwei Infektionen in Deutschland bekannt, Wissenschaftler gehen aber davon aus, dass die Dunkelziffer höher liegt, bei bis zu sechs Fällen pro Jahr.

Infektionsschwerpunkt ist Bayern

Ein Schwerpunkt der Infektionen liegt in Bayern. „Warum das so ist, wissen wir nicht“, sagt Pörtner. „Möglich ist, dass man in Bayern inzwischen mehr hinschaut und bei einer Hirnentzündung mit unbekannter Ursache inzwischen eher auf das Virus testet. Möglich ist aber auch, dass es in Bayern mehr Spitzmäuse gibt, die mit dem Virus besiedelt sind.“

Sowohl Bayern als auch Sachsen-Anhalt gehören neben anderen Bundesländern zu den Gebieten in Deutschland, in denen das klassische Borna-Virus vorkommen kann.

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