Neue Technik zur Luftreinigung Ludwigsburg kämpft mit Superfilter gegen Fahrverbote

Von  

Kampf gegen Fahrverbote: Eine neue Technologie soll die Schadstoffwerte rund um die Messsäule an der Ludwigsburger Friedrichstraße drücken. Woanders ist sie schon im Einsatz.

Die Messstelle an der   Friedrichstraße: Filter sollen die Luft drumherum säubern. Foto: Pascal Thiel
Die Messstelle an der Friedrichstraße: Filter sollen die Luft drumherum säubern. Foto: Pascal Thiel

Ludwigsburg - Wegen der dicken Luft drohen auch in Ludwigsburg Fahrverbote für Dieselautos. Die Firma Mann + Hummel glaubt jetzt, eine Lösung gefunden zu haben. Am Donnerstag stellten die Filterhersteller eine Technologie vor, die am Stuttgarter Neckartor als auch an der Ludwigsburger Friedrichstraße die Werte unter die kritische Marke von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter drücken soll. Der neue Filter kann angeblich bis zu 40 Prozent der Schadstoffe – Feinstaub und Stickoxide – aus der Luft holen.

23 Filter rund um die Messsäule

Die Filter seien nicht dafür gedacht, die Luft in großen Stadträumen zu reinigen, sagte Werner Lieberherr, der Vorsitzende der Geschäftsführung. Aber sie könnten an sogenannten Hotspots eingesetzt werden. Also im unmittelbaren Umfeld von Messstationen, an denen die gemessenen Werte alarmierend sind. Für Ludwigsburg sei das von doppeltem Vorteil, meinte der Oberbürgermeister Werner Spec bei der Präsentation. Zum einen sei der Filterhersteller eines der wichtigsten Unternehmen in der Stadt, zum anderen könnten die dort produzierten Geräte helfen, das Schadstoffproblem in den Griff zu bekommen: „Ludwigsburg gehört zu den zehn am stärksten belasteten Kommunen in Deutschland“, sagte Spec. „Wir werden alles tun, um ein Fahrverbot zu vermeiden.“

Konkret ist vorgesehen, an einem 280 Meter langen Abschnitt der Friedrichstraße – zwischen Keplerbrücke und Einfahrt in den Tunnel unter der B 27 – 23 der neu entwickelten Filtersäulen zu platzieren. Eine Säule ist 3,60 Meter hoch und hat einen Grundriss von 95 mal 95 Zentimeter. Der Preis pro Stück beträgt 20 000 Euro. Im Bereich des Stuttgarter Neckartors stehen seit Jahresende 2018 bereits 17 Stück davon, weitere sollen hinzukommen.

Experiment mit Mooswand ist gescheitert

Für die Installation der 23 Säulen in Ludwigsburg samt Wartung der Filter entstehen Kosten von weit mehr als einer halben Million Euro. Das Land werde sich daran beteiligen, versicherte Christoph Erdmenger vom Verkehrsministerium, aber mindestens ein Drittel der Summe muss die Stadt aufbringen. Spec findet das nicht unverhältnismäßig: Man dürfe nicht vergessen, dass den Dieselfahrern durch ein Fahrverbot Millionenschäden entstünden.

Angesprochen auf die Mooswand, die Mann + Hummel an der Friedenskirche aufgestellt hat, gestand ein Techniker ein, dass sie „nicht die gewünschten Ergebnisse gebracht“ habe. Das Experiment, in dem sich Biologie und Filtertechnik ergänzen sollten, sei gescheitert. „Aber im Rahmen der Stadtmöblierung hat sie sich bewährt“, sagte der Mitarbeiter. Die Wand werde trotzdem nicht abgebaut, versicherte OB Spec: „Die bleibt stehen.“