Neue Unterkunft in Renningen Plötzlich stehen neue Wohncontainer im Vereinsdorf
An einer Container-Wohnanlage für Geflüchtete, die derzeit im Renninger Vereinsdorf aufgebaut wird, gibt es Kritik. Die Bürgermeisterin Melanie Hettmer reagiert.
An einer Container-Wohnanlage für Geflüchtete, die derzeit im Renninger Vereinsdorf aufgebaut wird, gibt es Kritik. Die Bürgermeisterin Melanie Hettmer reagiert.
Es ist sicherlich eine ungewöhnliche Nachbarschaft. Seit Anfang September steht am Renninger Vereinsdorf eine Reihe von Wohncontainern. Hier entstehen 20 Wohnungen für maximal 58 Menschen mit Fluchthintergrund, die bis Ende des Jahres, spätestens Anfang 2026 bezogen sein sollen. Zu dieser Containerunterkunft hat Bürgermeisterin Melanie Hettmer nun zu einer Bürgersprechstunde am kommenden Montag, 15. September, eingeladen.
Seitdem die Containern geliefert und in zwei Etagen aneinandergereiht sind, häuften sich die Nachfragen von Bürgern bei der Verwaltung, wie Hettmer auf Nachfrage bestätigt. Anrufe und E-Mails mit Fragen gingen ein, auch zu einem entsprechenden Hinweis in den sozialen Netzwerken waren Nachfragen eingegangen.
„Ich bin ja immer für eine offene Kommunikation. Da so viele Fragen kamen, dachte ich, wir machen eine Veranstaltung draus“, erläutert Melanie Hettmer, die seit Dezember im Amt ist. Um 17.30 Uhr geht es am Montag im Bürgerhaus los, um eine Anmeldung wird gebeten.
Obwohl der Bau der Containerwohnanlage bereits im Oktober des vergangenen Jahres vom Gemeinderat beschlossen worden war, damals noch unter Hettmers Amtsvorgänger Wolfgang Faißt, hatten viele Renninger das Vorhaben nicht mehr im Blick. „Als dann die Container dastanden, haben sich viele gefragt, was das bedeutet“, berichtet die Bürgermeisterin. Andere hätten gefragt, ob die Anlage überhaupt noch notwendig sei, wo doch die Zahl der Asylsuchenden bundesweit aktuell sinke.
Das treffe zwar auch auf Renningen zu. Waren der Stadt 2022 noch 204 Schutzsuchende zugewiesen, darunter viele Geflüchtete aus der Ukraine, waren es im vergangenen Jahr noch 79. „Aktuell leben 53 Menschen in unseren städtischen Unterkünften. Für das kommende Jahr ist die Tendenz aber wieder steigend“, sagt Hettmer.
Das Containerdorf ist für Menschen in der sogenannten Anschlussunterbringung, die bereits Asyl oder einen anderen Schutzstatus haben. „Das ist kein Wunschkonzert, sondern eine Pflichtaufgabe der Kommunen. Die Menschen werden uns vom Landratsamt zugeteilt“, sagt die Rathauschefin.
Der Hintergrund für die Containersiedlung ist tatsächlich auch ein ganz anderer. Mehrere Gebäude und Wohnungen, in denen zurzeit noch Flüchtlinge untergebracht sind, müssen in den nächsten Jahren saniert und modernisiert werden. Sowohl die neuen Container im Vereinsdorf als auch die auf dem Festplatz sind als Interimsquartier vorgesehen.
„Wir rechnen aktuell mit einer Belegung über fünf Jahre im Vereinsdorf. Die Unterbringung hier ist aber nachhaltig gestaltet. Werden die Container nicht mehr als Wohnung gebraucht, sollen sie den Vereinen zur Verfügung stehen“, erklärt Melanie Hettmer. Deshalb habe man auch diesen Standort gewählt.
2,4 Millionen Euro kostet die Wohnanlage im Vereinsdorf, die 20 Wohnungen für maximal 58 Menschen bieten soll. „Wir planen aber keine Maximalbelegung“, sagt die Bürgermeisterin. Da es hier 367 000 Euro an Fördermitteln gibt, werde die Anlage auch zuerst bezogen, noch vor derjenigen am Festplatz. Dort wiederum sind 28 Wohnungen für maximal 84 Personen vorgesehen.
Anmeldung
Per Telefon unter der Nummer der Zentrale der Stadtverwaltung 0 71 56 / 92 40 oder per E-Mail an zentrale@renningen.de
Termin
Montag, 15. September, ab 17.30 Uhr im Bürgerhaus Renningen